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Wunderwelt Boden auf dem Permakulturhof

Die Klasse 9b der Mädchenrealschule Maria Stern Immenstadt erlebte auf dem Permakulturhof Oberstixner bei Missen einen ebenso lehrreichen wie beeindruckenden Tag rund um das Thema Boden und nachhaltige Landwirtschaft. Bei spannenden Untersuchungen von Wald-, Acker- und Kompostböden gewannen die Schülerinnen nicht nur faszinierende Einblicke in die Wunderwelt unter unseren Füßen, sondern lernten zugleich die Bedeutung eines nachhaltig bewirtschafteten Bauernhofs kennen. Darüber hinaus erhielten sie interessante Einblicke in die Aufgaben der Kommunalpolitik. Begrüßt wurden die Klasse und alle Anwesenden von Barbara Schretter, der Regierungspräsidentin von Schwaben, sowie einigen ihrer Mitarbeiter. Veranstalter war das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kempten. Unter dem Motto „Frühlingserlebnis Bauernhof“ bildete diese Veranstaltung den Auftakt zu den schwäbischen Aktivwochen und versprach von Beginn an einen spannenden MINT-Tag. Auch von schulischer Seite wurde dem Ereignis große Aufmerksamkeit geschenkt: Neben dem Ministerialbeauftragten für die Realschulen in Schwaben, Bernhard Buchhorn, war auch unser Direktor Dr. Joachim Sailer anwesend.

Besonders fesselnd war die Begrüßungsrede von Regierungspräsidentin Barbara Schretter, die sehr persönlich von ihren Kindheitserfahrungen auf dem Hof ihrer Großeltern in Oberbayern berichtete. Diese Erlebnisse hätten sie, wie sie selbst sagte, ein Leben lang geprägt. Gleichzeitig schlug sie eine Brücke zur Realschule, indem sie ihren eigenen Bildungsweg schilderte, der sie von der Realschule über das Abitur bis hin zum Jurastudium führte. Bernhard Buchhorn stellte in seinen Grußworten den Boden als zentrales Thema des Tages heraus und verwies dabei auch auf die Bedeutung heimischer Obstsorten, die gerade im Hinblick auf unsere regionalen Böden besondere Wertschätzung verdienen.

Im Mittelpunkt des Tages standen für die Schülerinnen vor allem praktische Arbeiten und anschauliche Präsentationen. Großen Anklang fand beispielsweise die Herstellung einer sogenannten Kompostlasagne. Hofinhaber Matthias Dünser legte dabei selbst Hand an und erklärte mit viel Begeisterung und Fachwissen, wie Karton, Hackschnitzel, ankompostierter Mist, Rasenschnitt, Wolle und Stroh schichtweise zu wertvollem Bodenaufbau beitragen. Eine weitere Gruppe beschäftigte sich unter der Leitung von Helen Dünser, Erlebnisbäuerin und Lehrerin an unserer Schule, mit der spannenden Frage, wie aus Regentropfen sauberes Trinkwasser wird. Dabei wurden insbesondere die Filtereigenschaften des Bodens untersucht. In zusätzlichen Vorträgen erfuhren die Schülerinnen, warum chemische Analysen und die Bestimmung von pH-Werten – also sauer, basisch oder neutral – für die Bodenqualität von großer Bedeutung sind. Welch Wunder: Eine Handvoll Boden beherbergt mehr als acht Milliarden Lebewesen – also mehr, als Menschen auf der Erde leben. Diese kaum sichtbare Wunderwelt sorgte bei den MINT-Forscherinnen für großes Staunen. Im eigens freigelegten Wald- und Wiesenboden entdeckten sie Regenwürmer und zahlreiche weitere Bodenlebewesen, die mithilfe von Binokularen sogar dreidimensional genauer untersucht werden konnten.

Den krönenden Abschluss dieses abwechslungsreichen Vormittags bildete schließlich der Besuch des Kompostierungsstalls. Dort sorgten besonders die Dexter-Rinder mit ihren winzigen, wollknäuelartigen Kälbchen für Begeisterung. Auch eine Herde Bergschafe, die an diesem Tag erstmals an die Fütterung im Freien gewöhnt wurde, zog die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Zwar mussten sich die Tiere zunächst an die vielen streichelfreudigen Gäste gewöhnen, doch gerade diese unmittelbare Begegnung machte den Besuch besonders eindrucksvoll. Auffallend war zudem die besondere Atmosphäre auf dem Hof: Nicht nur die Tiere leben hier in harmonischer Gemeinschaft, auch die Hofgemeinschaft selbst präsentierte sich als soziale Einheit, in der jeder mit großem Engagement dazu beitrug, den Aufenthalt für die Gäste unvergesslich zu machen. So entstand der Eindruck einer modernen Großfamilie. Vielleicht zeigt sich gerade auf dem Permahof ein Stück Renaissance dieses familiären Zusammenhalts. Einsamkeit scheint hier keinen Platz zu haben. Passend dazu steht „Perma“ auch als Akronym für positive Emotionen, Engagement, Beziehungen, Sinn und Erfolg.

Text: H. Unzeitig
Foto: B. Buchhorn

 

 

 





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