Weitere Schullaufbahn

Einsteigen ins Berufsleben oder noch ein paar Jahre Schule gefällig?

Vielleicht hast du während der letzten Jahre Lust darauf bekommen, an einer Schule weiter zu lernen, um an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften oder Universität zu studieren.

Das ist weniger ungewöhnlich als du wahrscheinlich denkst: ca. 50 % der Studierenden sind nicht den klassischen Weg über das Gymnasium zur Uni gegangen.

Vielmehr gibt es mehrere Wege, das Ziel "Studium" zu erreichen:

  • Über die Fachoberschule (FOS);
  • Nach einer Berufsausbildung über die Berufsoberschule (BOS);
  • Über das Gymnasium;
  • Über eine berufliche Fortbildung an einer Fachakademie. 

Der Weg an die Fachoberschule:

Die Fachoberschule (FOS) wird zusammen mit der Berufsoberschule (BOS) seit dem Schuljahr 2008/2009 unter dem Dach der Beruflichen Oberschule Bayern (BOB) zusammengefasst. Ist der Schnitt im Abschlusszeugnis der Realschule in Mathematik, Deutsch und Englisch nicht schlechter als 3,5, kannst du auf die FOS gehen, wobei eine Note auch schlechter als 4 sein darf. Der Anmeldetermin ist Anfang März, wobei zunächst das Zwischenzeugnis der 10. Klasse vorgelegt werden muss. Das Abschlusszeugnis mit einem entsprechenden Ergebnis muss für eine endgültige Anmeldung unmittelbar nach Erhalt vorgelegt werden.
Eine Aufnahmeprüfung für Bewerber, die den Notenschnitt nicht erreicht haben, wird nicht durchgeführt. Die Probezeit an der FOS dauert bis zum Zwischenzeugnis. Ist die Probezeit nicht bestanden, muss der Schüler die FOS verlassen. 
Auch an der FOS werden verschiedene Ausbildungsrichtungen angeboten: Technik - Wirtschaft und Verwaltung - Sozialwesen - Gestaltung sowie Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie. Zunächst als Schulversuch werden zwei weitere Ausbildungsrichtungen angeboten, nämlich Gesundheit und Internationale Wirtschaft.
Für die Aufnahme in die Ausbildungsrichtung Gestaltung müssen die bildnerisch-praktischen Fähigkeiten in einer speziellen Aufnahmeprüfung nachgewiesen werden. 
Die Fachoberschule vermittelt eine allgemeine, fachtheoretische und fachpraktische Bildung in den Jahrgangsstufen 11 und 12. Die fachpraktische Ausbildung (fpA) umfasst die Hälfte der Unterrichtszeit in der Jahrgangsstufe 11. Ziel ist die Fachhochschulreife, die zum Studium an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften berechtigt.
Überdurchschnittlich qualifizierte Absolventen der Fachabiturprüfung (Notendurchschnitt mind. 3,0) haben die Möglichkeit, in einem 13. Schuljahr die fachgebundene Hochschulreife, bzw. bei Nachweis der notwendigen Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache, die allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Letztere berechtigt zum Studium an Universitäten und Technischen Hochschulen.

 

Der Weg an das Gymnasium:

Die Regelungen hierfür findest du in der GSO (Gymnasilschulordnung) §7:

(1) 1 Bei Schülerinnen und Schülern mit dem Abschlusszeugnis der Realschule (...) entfällt die Aufnahmeprüfung bei Eintritt in die Jahrgangsstufe 11, falls im Abschlusszeugnis in den Vorrückungsfächern ein Notendurchschnitt von 1,5 oder besser erreicht wurde.

2 Bei einem Notendurchschnitt von 2,5 oder besser beschränkt sich die Aufnahmeprüfung bei Eintritt in die Jahrgangsstufe 11 auf die Kernfächer der jeweiligen Ausbildungsrichtung mit Ausnahme der zweiten Fremdsprache; sie entfällt bei Eintritt in die Jahrgangsstufe 10.

3 Die Probezeit entfällt jeweils.

4 Die Nachholfrist für die zweite Fremdsprache beträgt in der Regel nicht mehr als ein Jahr.

5 Die zweite Fremdsprache kann durch eine neu einsetzende spät beginnende Fremdsprache ersetzt werden, wenn diese Fremdsprache in den Jahrgangsstufen 11 bis 13 mit insgesamt zwölf Wochenstunden belegt wird.

(2) 1 Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus (Staatsministerium) kann für geeignete Absolventinnen und Absolventen der Realschule (...) Einführungsklassen einrichten.

2 Der erfolgreiche Besuch einer Einführungsklasse berechtigt zum Eintritt in die Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums. (Die Stundentafel findest du unter diesem Link)

(...)

4 Voraussetzung für die Aufnahme in eine Einführungsklasse ist ein Durchschnitt aus den Noten in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik von 2,00 oder besser im Abschlusszeugnis oder ein pädagogisches Gutachten der in der Jahrgangsstufe 10 besuchten Schule, in dem die Eignung für den Bildungsweg des Gymnasiums uneingeschränkt bestätigt wird.

Profilklasse (Sonderform): Einige Gymnasien (Internate) in Bayern, z.B. Volkach-Gaibach, Wiesentheid und Ising, bieten spezielle 10. Klassen, so genannte "Profilklassen" an, in die nur Realschulabsolventen aufgenommen werden. Die Aufnahmebedingungen sind die gleichen wie für die Einführungsklassen. Lediglich das pädagogische Gutachten ist für diese Klassen nicht erforderlich. Nähere Informationen erhältst du auf der jeweiligen Homepage dieser Schulen.

 

 



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