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In Amt und Würden

In Amt und Würden

Amtseinführung, der Begriff ist dann eine Untertreibung, wenn er sich auf jemanden bezieht, der schon seit Monaten mitten in der Arbeit steckt und von Haus aus ein alter Hase ist. Es sei denn, das neue Amt muss eingeführt werden, dann hätte er seine Berechtigung.  Nichts desto trotz kommt man um die offiziellen Gepflogenheiten in einem Schulbetrieb nicht drum herum. Und die erlebte unser neuer Schulleiter, Herr Thoma, im Rahmen einer Feierstunde Mitte dieser Woche.

Viel Arbeit hatte Organisationleiterin, Frau Wenk, in die Vorbereitung dieser Festivität gesteckt. Und das merkte man dem bunten Programm, das am letzten Donnerstag in unserer neuen Turnhalle zu sehen war, auch an. Dort tummelten sich zwei Stunden lang Redner, Musikanten und Robotiker auf einer Bühne vor einem Auditorium, das die Kurzweil der Veranstaltung zu schätzen wusste. Zahlreiche Vertreter kirchlicher, politischer und schulischer Einrichtungen waren gekommen, dazu solvente Sponsoren und solche, die es werden wollen, um Herrn Thoma ihre Aufwartung zu machen und ihn mit den besten Wünschen für seinen Neustart an der Knabenrealschule an den Start zu schicken. Und diese Wünsche sprach jeder auf seine Weise aus.

Auf deftige Art gelang dies den Schuhplattlern unter der Leitung von Frau Soraruf. Mit „a wonderful great school year“ wünschte der Englisch-Chor der 5 a unter der Leitung von Herrn Kobeck in ihrem Song „Welcome, Mr. Thoma“ viel Glück. Konrektorin Frau Langenfelder hatte alle Hände voll zu tun, um die Ehrengäste zu begrüßen. Zahlreich waren sie zu dieser Feierstunde erschienen.

Hoch im Kurs steht das Thema Bildung vor allem bei unserem Sachaufwandsträger. „Bildung hat Vorfahrt“, betont Landrat Georg Grabner bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Und wenn man sich die Ausstattung unserer Schule anschaut, erkennt man, dass er es auch so meint. Das sei aber nur die Hardware, so der Chef des Landratsamts. Erst die Software hauche dem Ganzen Leben ein. Zu ihr gehört jetzt auch Herr Thoma. Und mit dem habe man einen guten Fang gemacht, so Grabner.

Freilassings Bürgermeister Josef Flatscher fand in seiner Rede lobende Worte für das Arbeitsklima im Schulhaus. „Hier stimmt die Atmosphäre!“ Dass eine Bubenrealschule über viel mehr Mädchen verfügt, als man gemeinhin vermutet, stellten die „Dancing Girls“ unter der Leitung von Frau Herrmannsdörfer unter Beweis. Die begrüßten den neuen Schulleiter mit einer gekonnten Tanzeinlage und dem schlichten Titel „Hello“. Nachhilfeunterricht in Mathematik erteilte die Klasse 6 b, mit ihrem „Hexeneinmaleins“ und einer schönen Choreographie unter der Leitung von Frau Körtvellyessy. Frau Koller, Vorsitzende des Schulelternbeirats fand viele lobende Worte für den neuen ersten Mann im Schulhaus und überreichte zum Zwecke botanischer Rektoratsausstattung einen Weihnachtsstern.

Schülersprecher Timo Stümpfle aus der 10 b zeigte sich aus Schülersicht in Lauerstellung: „Schau´mer mal.“ Die Musikwerkstatt um Herrn Dr. Fenninger hatte ein filigranes Musikstück der Spotfreunde Stiller im Gepäck: „Kompliment“! Ein dickes Kompliment bekam Anna Kharlova aus der 7 c  für ihre Gesangseinlage. Nicht die Vertretung, sondern „die wichtigste Stunde sei immer die Gegenwart“, bemühte Michael Koller den Mystiker Meister Eckardt, um die Wünsche des Personalrats zu überbringen.

Als die Bläsergruppe unter der Leitung von Frau Ullrich die „Ode an die Freude“ intonierte, stand nur noch Herr Thoma selbst auf der Rednerliste. Zuvor hatte Herr Kürzeneder, Ministerialbeauftragter aus Wasserburg, den ganzheitlichen Erziehungsgedanken von Schule in den Vordergrund gerückt. Dafür bedürfe es guter Vorbilder, die andere begeistern könnten. „Sobald der Geist auf das Ziel gerichtet ist, kommt einem das Ziel entgegen!“, schloss er seine Ansprache mit einem Goethe-Zitat.

In diesem Sinne fungierte der Bogenschütze Thoma - diesmal gern - als Zielscheibe. Der Schlussgottesdienst zum Schuljahresende und der Anfangsgottesdienst zum Start ins neue Schuljahr hätten ihn tief beeindruckt. Als „neuer Besen“ habe er in seinen ersten 100 Tagen vor Ort nach „Schmutzresten“ im Schulhaus Ausschau gehalten. Vergebens, wie er betont. - Leider sind jetzt keine Eltern im Raum, die im nächsten Jahr vor der Entscheidung für eine weiterführende Schule stehen. Denn an dieser Stelle wären alle Zweifel diesbezüglich mit einem Schlag beseitigt worden. Eine Schulpräsentation wie aus dem Bilderbuch. Dass ein Roboter zum Dessert noch Pralinen vorbeibringt, setzt dem Ganzen die Krone auf. Dabei steckt hinter allem viel Arbeit und Engagement. Egal ob im Robotikkurs bei Herrn Reiter oder bei den gesanglichen Darbietungen des Lehrerchores unter der Begleitung von Herrn Hintermayr am Keyboard. Aber die Schule hat Glück, denn Herr Thoma ist jemand, der das zu schätzen weiß.

                                                                                             J. Vesper

 





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