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Grünes Klassenzimmer der Hans-Scholl-Realschule eröffnet

„Ein Baum ist ein Wunder - ein Wald bewirkt Wunder.“ Diesen Ausspruch von Klaus Ender dürfen die Schüler der Hans-Scholl-Realschule Weiden in den nächsten Jahren erleben lernen. Sie übernehmen langfristig die Verantwortung für ein Stück Wald, das sich circa 20 Fußminuten von ihrer Schule entfernt befindet. Wie Projektleiter Günter Luber bei der offiziellen Eröffnung betonte, soll das Projekt „Schulwald“ eine Dauereinrichtung werden, die nicht schon nach vier oder fünf Schülergenerationen wieder erlischt. Der Fachoberlehrer für das Fach Werken hatte das Projekt bereits vor sechs Jahren angeregt. Mit Unterstützung durch Oberbürgermeister Jens Meyer konnte der Schulwald nun endlich verwirklicht werden.
In einem eigenen Stück Wald öffne sich den Schülern die Möglichkeit, den Klimawandel, den sie nur abstrakt und theoretisch aus den Medien kennen, auch vor Ort aktiv zu begreifen, sagte Luber. „Der Wald übernimmt eine Vielzahl von Aufgaben, ohne dass wir uns groß darüber Gedanken machen.“ Er bilde einen Schutzwall gegen Muren und Hochwasser, sei ein Grundwasser- und CO2-Speicher, erzeuge Sauerstoff und reinige die Luft.
Im Biologieunterricht sowie in allen anderen Fächern, die sich anbieten, dürfen sich die Schüler in den kommenden Jahren spielerisch in der Natur bewegen. Bis zu ihrem Abschluss werden alle Jungen den Schulwald besuchen und dort Naturerfahrungen machen dürfen. „Das Waldstück ist ziemlich genau ein Hektar groß“, sagte Stadtförster Wolfgang Winter, der vermutlich in Zukunft öfter mit den Schülern hier sein wird. „Wir haben diese Stelle gewählt, weil wir von hier aus die unterschiedlichsten Waldtypen und Geländeformen erkunden können.“ Hier gebe es Kiefern-, Fichten-, Eichen-, Lärchen- und Buchenbestände. „Der ideale Ausgangspunkt für Exkursionen.“ Außerdem kann man aus diesem Schulprojekt Vorteile und Erkenntnisse für die nachhaltige, CO2-neutrale Waldnutzung ziehen.
Wie Schulleiter Michael Meier erklärte, besitze das Projekt in der Region ein Alleinstellungsmerkmal. „Die Glasgower Klimakonferenz sollte zu uns blicken.“ Noch sei das „grüne Klassenzimmer“ nicht perfekt. Die Handwerkskammer werde noch Bänke zur Verfügung stellen. Aktuell diene ein Baumstumpf als Rednerpult. Seine große Anerkennung zollte Meier seinem Werklehrer. „Ein Projekt braucht immer einen, der es anstößt.“

Text und Foto: RS für Knaben Weiden





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