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Ziemlich beste Freunde: Deutsch-französischer Tag

Deutsch-französischer Tag an der Staatlichen Realschule Furth im Wald (Copy: realschule-furth.de)

MÜNCHEN. Ziemlich beste Freunde – das sind die ehemaligen Erzfeinde Deutschland und Frankreich heute. Den Geburtstag dieser Freundschaft feiern die Fachschaften Französisch an den Gymnasien, Realschulen und Fachoberschulen jedes Jahr am 22. Januar mit einem individuell gestalteten Projekttag. So wartet morgen bayernweit ein abwechslungsreiches Programm auf die Schülerinnen und Schüler und bringt einen Hauch französische Lebensart in die Schulflure und Klassenzimmer.

Thematische und kulinarische Reise nach Frankreich: Französisch-Fachschaften gestalten buntes Programm

Viele Schulen gestalten Ausstellungen rund um unterschiedliche landeskundliche Themen und laden die Schulfamilie zur Besichtigung der individuell gestalteten Werke ein. Mithilfe von diversen Quiz und musikalischer Untermalung durch Chansons werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in das Geschehen eingebunden. Dabei kommen auch die Gaumenfreuden nicht zu kurz, denn an den meisten Schulen nimmt ein französisches Buffet mit auf eine kulinarische Reise ins Nachbarland. Zu einer virtuellen Reise nach Frankreich inspirieren auch die Jugendlichen, die von ihren Erlebnissen während eines Austauschs oder einer Exkursion berichten: „Der deutsch-französische Tag macht neugierig auf die Sprache und Kultur unseres Nachbarlandes“, betont Kultusminister Michael Piazolo.

Bayerisch-französische Freundschaft: Schulen engagieren sich aktiv für den Austausch und die interkulturelle Begegnung

 Doch auch unabhängig vom Jahrestag trägt der deutsch-französische Freundschaftsvertrag in Bayern seine Früchte: „Die Schulen sind sehr engagiert darin, die Kinder und Jugendlichen zu motivieren, Französisch zu lernen und den Kontakt zum Nachbarland zu suchen“, lobt Kultusminister Michael Piazolo. Dabei erinnert er an die Projekte, die für einen interaktiven und am interkulturellen Austausch interessierten Französischunterricht stehen. Das Jugendfilmfestival Cinéfête präsentiert zum Beispiel französische Filme im Original in zahlreichen Kinos in Bayern. Und nicht zuletzt können Bayerns Schülerinnen und Schüler ein DELF Sprach-Diplom erwerben, das vom französischen Staat vergeben wird. Ebenso bieten ausgewählte Abibac-Gymnasien an, neben dem bayerischen auch das französische Abitur abzulegen.

Und auch als Austauschziel kommt Frankreich gut an: Beim Gruppenaustausch ist Frankreich sogar das beliebteste Zielland: Insgesamt bestehen mehr als 500 bayerisch-französische Schulpartnerschaften und mehr als 20.000 Jugendliche aus beiden Ländern nehmen pro Jahr an einem Gruppenaustausch teil. In der Kategorie Einzelaustausch liegt Frankreich auf Platz 3 der Länder, die bayerische Schülerinnen und Schüler als Aufenthaltsland wählen. „Jeder Schüleraustausch ist ein großer Gewinn für unsere junge Menschen“, betont die Staatssekretärin im Kultusministerium Anna Stolz, deren Heimatgemeinde Arnstein erst im Dezember das 30-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Cancale in der Bretagne feierte: „Während der gegenseitigen Besuche im Rahmen solcher Partnerschaften wird auch der Grundstein für die eine oder andere persönliche deutsch-französische Freundschaft gelegt.“

Zur Geschichte des Deutsch-Französischen Tages

Mit ihren Unterschriften besiegelten der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Präsident Charles de Gaulle am 22. Januar 1963 das Ende der Feindseligkeiten zwischen den beiden Nachbarländern. Der sogenannte Élysée-Vertrag legt seither eine weitreichende politische, wirtschaftliche sowie kulturelle Zusammenarbeit fest, die dieses Jahr noch vertieft wird: Am morgigen Dienstag unterzeichnen Staatspräsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Aachen eine Neufassung des Freundschaftsvertrags.





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