Ein flexibler Mix an Maßnahmen für die Sicherstellung der Unterrichtsversorgung (Foto: © Can Stock Photo Inc.)
Bayerns Kultusministerin Anna Stolz hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt, um trotz steigender Schülerzahlen und fehlender zusätzlicher Stellen (Stichwort „Stellenmoratorium“) den Unterricht für alle Kinder und Jugendlichen in Bayern sicherzustellen. Stolz setzt dabei auf eine Dreifachstrategie, bei der es darauf ankommen wird, neue Lehrkräfte zu gewinnen, bestehendes Personal verstärkt einzusetzen oder stellenweise auch den Bedarf an die Situation an den Schulen vor Ort anzupassen.
Bayerns Kultusministerin betont: „Unser wichtigstes Ziel ist ein Stundenplan, auf den sich unsere Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte verlassen können. Deshalb haben wir in Bayern bereits vor einem Jahr erstmals frühzeitig ein Gesamtkonzept entwickelt. Diesen Weg setzen wir fort. Natürlich gibt es kein Patentrezept gegen den Lehrkräftemangel. Wir setzen auf einen Mix aus verschiedenen Maßnahmen und ein umfassendes Konzept, das viel Flexibilität vor Ort zulässt. Ich halte es dabei für enorm wichtig, dass möglichst voll ausgebildete Lehrkräfte unseren Schülerinnen und Schülern Wissen, Werte und Weitblick vermitteln. Mittel- und langfristiges Ziel aller Maßnahmen und Ideen muss dabei bleiben, unsere Lehrkräfte weiter zu entlasten und ihnen mehr Zeit für ihre Kernaufgabe, das Unterrichten, zu geben.“
Unterschiedliche Voraussetzungen an den Schularten
Bereits im vergangenen Sommer hat das Kultusministerium in seiner Prognose zum Lehrereinstellungsbedarf die drohenden Versorgungsengpässe an den verschiedenen Schularten offen und transparent dargelegt. Während an den
Mittel-, Förderschulen und den beruflichen Schulen die Personalsituation bereits seit Jahren angespannt ist, zeichnet sich an der Grundschule eine schrittweise Entspannung ab. Auch an den Realschulen ließ sich die Lehrerversorgung dank des Engagements der gesamten Schulgemeinschaft sicherstellen. An den Gymnasien hingegen gibt es durch die Umstellung auf das G9 seit vergangenem Herbst eine Jahrgangsstufe mehr, was entsprechend mehr Personal bindet. Gleichzeitig stellt das Stellenmoratorium die Schulen vor eine zusätzliche Aufgabe: Trotz steigender Schülerzahlen müssen sie mit derselben Zahl Lehrerstellen auskommen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind zum einen kurzfristige Strategien nötig. Diese funktionieren vielfach dann am besten, wenn die Schulen vor Ort individuelle Handlungsspielräume haben. Gleichzeitig nimmt das Gesamtkonzept auch diejenigen Maßnahmen in den Blick, mit denen die Unterrichtsversorgung mittel- und langfristig sichergestellt werden kann. Hier setzt das Kultusministerium vor allem darauf, mehr junge Menschen für den Lehrerberuf zu begeistern – zum Beispiel durch Initiativen wie das Projekt „VOR ORT“ oder Sondermaßnahmen wie den Quereinstieg.
Kultusministerin Anna Stolz betont abschließend: „Wir wollen Bildung, die unsere jungen Leute fit für die Zukunft macht. Dafür brauchen wir ein starkes Team aus hervorragend qualifizierten Lehrkräften. Unser bisheriges Konzept hat sich bewährt, trotzdem müssen wir jedes Jahr neu überlegen, welche Schularten besondere Unterstützung benötigen. Mit Nachdruck werben wir für den Lehrerberuf, weil es ein toller Job ist und er die Chance bietet, junge Talente individuell zu fördern. Um den Unterricht langfristig zu sichern, setzen wir auf einen echten Dialog auf Augenhöhe zwischen Politik, Schulaufsicht und den Schulen vor Ort. Unser Dank gilt den Lehrkräften und Schulleitungen in Bayern, die trotz personeller Engpässe täglich herausragende Arbeit leisten.“
Das Gesamtkonzept Unterrichtsversorgung sowie Einzelheiten zu allen Schularten finden Sie unter www.km.bayern.de/unterrichtsversorgung.
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