2.5.3 Theater an der Schule und Szenisches Lernen

2.5.3.1 Szenisches Lernen

Szenisches Lernen ist eine ganzheitliche, schüleraktivierende Unterrichtsmethode, die in einem ästhetisch gestaltenden Spiel mit dem gesprochenen Wort und/oder dem Körper einerseits nachhaltig Lerninhalte vermittelt, andererseits auch emotionale und gruppendynamische Prozesse auslöst. Besondere Bedeutung hat das Szenische Lernen im Rahmen des Ganztagesangebots.

2.5.3.2 Theater an der Schule

Dem Theater an der Schule kommt als handlungs- und erfahrungsorientierter Unterricht in der Form von Projektunterricht eine wichtige Bedeutung zu. Das Theaterspiel fordert und fördert Schlüsselqualifikationen wie z. B. Teamarbeit, Selbstbewusstsein, Urteilsvermögen, Verantwortungsbewusstsein, Durchhaltevermögen, Kreativität und Flexibilität. In der Auseinandersetzung mit der Kunstform Theater werden ganzheitliche Bildungsprozesse angeregt und ästhetische Erfahrungen ermöglicht, die zum Wesen moderner Allgemeinbildung und vor allem der kulturellen Grundbildung gehören. Theater ist ganzheitliche Persönlichkeitsbildung. Dass dabei alljährlich auch beachtenswerte Aufführungsleistungen erbracht werden, ist sehr willkommen. Den Schülerinnen und Schülern wird so im Wortsinn eine Bühne für die Darstellung ihres Könnens gegeben. Besondere Bedeutung hat das Theater an der Schule im Rahmen des Ganztagesangebots.

2.5.3.3 Erwerb der Lehrerlaubnis

Es wird für alle interessierten Studienreferendarinnen und –referendare grundsätzlich die Möglichkeit geboten, durch eine Zusatzausbildung im Rahmen einer eigenen Veranstaltung eine Lehrerlaubnis für den Bereich „Theater an der Schule und Szenisches Lernen“ zu erwerben. Die Zusatzausbildung findet im ersten Ausbildungshalbjahr statt.

2.5.3.4 Kosten

Die Kosten von ca. 175 € für Übernachtung und Verpflegung (Jugendherberge) und 12 € für das begleitende Kursskript sind von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst zu tragen.

2.5.3.5 Ausbildungsabschnitte

Während der Veranstaltung im ersten Ausbildungsabschnitt sind folgende Themenschwerpunkte unabdingbar:

 

a) Konzeptionelle Ausrichtung

Anwendungsbezogenes, handlungsorientiertes Vorgehen bzw. Lernen am Modell; alle Prozesse und Module werden aktiv und handlungsorientiert durch die Studienreferendarinnen und Studienreferendare selbst vollzogen.

 

b) Inhaltliche Ausrichtung

Schultheater:

• Gruppenbildung

• Körper/Bewegung/Spieler/Mitspieler

• Text/Sprache/Sprechen

• Raum/Zeit

• Licht/Ton/Medien

• Evaluation von Spielprozessen

• Theater an der Schule in der Praxis: Gründung einer Theatergruppe, Projekt-planung, Proben, Aufführung und Nachbereitung.

 

Szenisches Lernen:

• Kriterien für Szenisches Lernen

• Szenisches Lernen im Unterricht

• Erarbeitung von praktischen Beispielen für die jeweiligen Fächer

• Regeln für das Szenische Lernen im Unterricht

 

2.5.3.6 Einsatz der Studienreferendarinnen und -referendare

Zur Vertiefung des Erlernten bzw. für erste Praxiserfahrungen können die Studienreferendarinnen und Studienreferendare bei schon bestehenden Theatergruppen an den Seminar- bzw. Einsatzschulen hospitieren.

2.5.3.7 Anmeldung

Die Anmeldung für eine Zusatzausbildung in Theater an der Schule und Szenisches Lernen ist verbindlich gemäß der offiziellen Terminliste vorzunehmen. Sie erfolgt im ersten Schritt über ein Anmeldeformular, das von der Seminarschule per Post an die Gesamtleitung der Referendarsausbildung geschickt wird. Damit wird bescheinigt, dass die Studienreferendarin/der Studienreferendar für die Zusatzausbildung von Seiten der Seminarschule freigestellt wird. Im zweiten Schritt melden sich die Studienreferendarinnen und Studienreferendare persönlich über das Internetportal der FSR unter www.fsr-bayern.de in den ersten Tagen des Schuljahres an. Die spezielle Anmeldemaske generiert für jeden Anmelder eine Platzziffer. Nach dieser Platzziffer erfolgt dann die Zulassung zur Zusatzausbildung durch die FSR. Die begrenzte Anzahl der Kursplätze bedingt, dass im Fall des Überhangs an Interessenten nur ein Teil zugelassen werden kann. Grundsätzlich besteht kein Rechtsanspruch auf Teilnahme an der Zusatzausbildung, da diese kein Prüfungsfach gemäß LPO II darstellt und somit nicht originärer Bestandteil des Vorbereitungsdienstes für das Lehramt an Realschulen und damit der Zweiten Staatsprüfung ist.

2.5.3.8 Bescheinigung

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine Bescheinigung über die erwor-bene Lehrerlaubnis für den Bereich Theater an der Schule und Szenisches Lernen, wenn sie die Ausbildung erfolgreich absolviert haben:

 

• vollständige Teilnahme am kompletten Kursprogramm

• Erarbeitung eines Unterrichtsbeispiels für das Szenische Lernen

• Präsentation eines erarbeiten theatralen Projekts

 

Die Bescheinigung stellt die Seminarleitung des Studienseminars für die grundständige Fächerverbindung aufgrund entsprechender Mitteilungen durch die Dozenten für das Schultheater und Szenische Lernen aus.



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