Drittes Konzert des Bayerischen Realschulstreichorchester begeistert

Sein drittes Konzert gab das Bayerische Realschulstreichorchester am 18.01.2020 im Orchestersaal der Musikhochschule. Dieser beeindruckende Ort war den 45 Realschülerinnen und Realschülern ein zusätzlicher, besonderer Ansporn, ihr Bestes zu geben. Die jungen Streicherinnen und Streicher konzertierten mit einem anspruchsvollen und abwechslungsreichen Programm. Angefangen von kleineren Kammermusik-Besetzungen über kleinere Ensembles bis hin zum großen Tutti-Orchester, das in diesem Jahr mit fünf Kontrabässen einen besonders sonoren Bassklang bot. Jeder der jungen Musikerinnen und Musiker konnte sich bei diesem Programm mit all seinen Möglichkeiten einbringen und seine Fähigkeiten ausbauen. Manche noch etwas Unerfahrene brachten sich im schlichter gestalteten Teil-Orchester ein. Erfahrene engagierten sich im deutlich anspruchsvoller gestaltetem Teil-Orchester. Darüber hinaus übernahmen besonders Motivierte zusätzliche Kammermusikstücke oder zeigten ihr Können in einem Duo bzw. als Solist. Jede und Jeder fand seinen Platz auch im großen Tutti-Orchester und wurde bestmöglich musikpädagogisch von Musiklehrkräften betreut sowie instrumental von den Profimusikern des Staatsphilharmonie Nürnberg gecoacht. Es stand allen ausreichend Platz zur Entfaltung zur Verfügung und wurde individuell gefordert und gefördert.

Ein wenig Ausgleich zum umfangreichen Probenpensum boten ein Besuch beim Geigenbauer, mit einem interessanten Einblick in den handwerklichen Zugang zum Instrument, sowie ein Probenbesuch im Staatstheater. Schließlich ist es ein besonderes Erlebnis den musikalischen Leiter und die Coaches bei deren Arbeit einmal auf eine andere Weise als in den (Stimm-)Proben zu erleben: So nutzte man die außergewöhnliche Gelegenheit zum Besuch der Generalprobe von „Manon“, einer Oper von Jules Massenet. Die besonders moderne Inszenierung und Interpretation lieferten dann reichlich Stoff für Gespräche und Diskussionen. Doch am meisten dürfte wohl die enorme musikalische Ausdruckskraft des Orchesters unter seinem und „unserem“ Chef bzw. Dirigenten, Prof. Guido J. Rumstadt, begeistert haben. Erklärte er eben noch in der Probe in seiner besonders bildhaft-anschaulich vergleichenden Wortwahl auf der Ebene der Schülerinnen und Schüler seine Vorstellungen, wie denn das Stück zu verstehen sei, wie er sich den Klang der einzelnen Instrumentengruppen wünscht, wo sich eine Gruppe einmal zugunsten der anderen zurücknehmen soll, wo der Strich besonders auszuführen ist, wie das Crescendo am besten gelingt, so erlebte man ihn wenig später in einer ganz anderen und doch ähnlichen musikalischen Welt. Am nächsten Tag wurde eine kleine Nachbesprechung in die Probe eingebaut, um Erlebtes zu besprechen, Fragen zu klären und das Verständnis noch ein wenig zu vertiefen.

Das Bayerische Realschulstreichorchester ist ein „Instrument“, das motivierte und begabte Streicherinnen und Streicher aus bayerischen Realschulen zusammenbringt, um das gemeinsame Klangerlebnis eines großen Streichorchesters unter bestmöglichen Bedingungen zu erleben. Jede Durchführungsphase wird sowohl im Prozess als auch direkt im Anschluss einer kritischen Reflexion und Evaluation unterzogen, um so flexibel wie möglich Anpassungen vorzunehmen, damit jeder bestmöglich gefördert und gefordert wird. Hierzu ist das Zusammenspiel zwischen allen am musikalischen Prozess Beteiligten von besonderer Bedeutung. Die Coaches entwickeln sich immer mehr zu Paten, die mit großem persönlichem Engagement die Schüler unterstützen, motivieren und zu Höchstleistungen anspornen.  Das musikalische Dreieck, Musiklehrer, Coach und Dirigent formt dann mit seinen unterschiedlichen Herangehensweisen eine bunte, sich unbekannte heterogene Gruppe zu einem tollen Klangkörper: dem Bayerischen Realschulstreichorchester. Welche wichtige pädagogische Bedeutung die harte Arbeit über mehrere Tage und der Applaus der Konzertbesucher, aber auch die persönliche namentliche Urkundenübergabe durch Ministerialdirigentin Elfriede Ohrnberger hat, wird in zwei Elternnachrichten deutlich: „Ich möchte mich heute noch einmal bei Ihnen melden, um mich auch im Namen meiner Tochter und unserer ganzen Familie bei Ihnen herzlich zu bedanken für die außerordentliche Leistung, die Sie für unsere Tochter und die vielen anderen Kinder und Jugendlichen erbracht haben. Die Orchesterwoche war ein großes Erlebnis und durch die exzellente Organisation von A bis Z gelungen. Unsere Tochter ist restlos begeistert und wird mit Fleiß darauf hinarbeiten, auch im nächsten Jahr wieder dabei sein zu dürfen.“ – „Ich wollte mich noch ganz, ganz herzlich bei Ihnen bedanken. Für die viele Arbeit und Mühe, den ganzen Stress den Sie die letzte(n) Woche(n) hatten. Das Konzert gestern war unwahrscheinlich schön. Unser Sohn ist so begeistert, er hört gar nicht mehr auf, über das BRSO, die vergangene Woche und das Konzert zu reden. Es war eine tolle Erfahrung für ihn, so begeistert habe ich ihn noch nie erlebt. Er legt die Geige gar nicht mehr aus der Hand und ist hoch motiviert.“



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