Hausaufgaben

In der Schulordnung für schulartübergreifende Regelungen an Schulen in Bayern (Bayerische Schulordnung – BaySchO) ist der § 28 dem Thema "Hausaufgaben" gewidmet: 

"Um den Lehrstoff einzuüben und die Schülerinnen und Schüler zu eigener Tätigkeit anzuregen, werden Hausaufgaben gestellt, die bei durchschnittlichem Leistungsvermögen in angemessener Zeit unter Berücksichtigung der Anforderungen des Nachmittagsunterrichts bearbeitet werden können. Die Lehrerkonferenz legt vor Unterrichtsbeginn des Schuljahres die Grundsätze für die Hausaufgaben fest. Sonntage, Feiertage und Ferien sind von Hausaufgaben freizuhalten."

Jedes Kind ist verschieden und ebenso der Umgang mit der Erledigung der Hausaufgaben. Somit benötigen einige Kinder mehr Unterstützung durch die Eltern als andere Kinder.

Fazit:

Zur positiven Leistungsentwicklung Ihres Kindes ist der sorgfältige Erledigung der Hausaufgaben unabdingbar. Die Wichtigkeit der Hausaufgaben zur Einübung und Vertiefung der Lehrinhalte ist unumstritten. Das Erlernen eigenständigen Arbeitens ist auch im Focus.

Im Folgenden sind einige Faktoren aufgezeigt, die zu einem positiven Umgang mit der Erledigung von Hausaufgaben führen können.

Arbeitsplatz mit Atmosphäre

Der Arbeitsplatz soll auch zum Arbeiten einladen. Hier sollte ruhiges Arbeiten fernab von allerlei Ablenkungen möglich sein. Das Smartphone ist sicherlich eine Quelle der Ablenkung und wird am besten ausgeschaltet. Hintergrundmusik ist in der Regel ebenfalls zu vermeiden.

Der Arbeitsplatz sollte hell und einladend angelegt sein. Nachschlagewerke, Übungshefte, Papier,... befinden sich idealerweise an einem festen Platz.

"Ordnung ist das halbe Leben"

"Ordnung ist das halbe Leben" - wir alle kennen diese Redewendung. Bezogen auf den Umgang mit den Hausaufgaben bedeutet dies: 

Ein sauberes und ordentliches Heft ist die Basis für das Lernen, und die Vorbereitung auf Leistungsnachweise bereitet damit auf jeden Fall mehr Freude.

Zudem erspart ein geordneter Arbeitsplatz viel Zeit, die man besser verwenden kann. Effizientes Lernen bedeutet mehr Freizeit und Zeit zum Regenerieren.

 

 

Zeit im Griff

Kinder, die jeden Tag bis zum Abend an den Hausaufgaben sitzen, müssen unbedingt lernen den Hausaufgaben einen zeitlichen Rahmen einzuräumen. Beobachten Sie einmal, wie die Hausaufgaben angegangen werden. Wird konzentriert und zielgerichtet gearbeitet oder nehmen Ablenkungen einen großen Anteil ein?

Sollte Ihr Kind zu lange an den Hausaufgaben sitzen, sprechen Sie bitte mit der Lehrkraft.

Grundsätzlich sollte auch die Lehrkraft im Unterricht einen Richtwert für die Erledigung einzelner Hausaufgaben angeben.

Das Aufgabenheft schafft Überblick

In den Schulen werden die Hausaufgaben sinnvollerweise in ein Aufgabenheft geschrieben. Somit kann man sich schnell einen Überblick über die zu erledigenden Aufgaben verschaffen.

Die Kinder sollen lernen, sich die Aufgaben selbstständig einzuteilen.

Es ist lernpsychologisch gut, mit den Aufgaben zu beginnen, die sich schnell und leicht bearbeiten lassen. Danach lassen sich die schwierigeren Aufgaben gut motiviert auch noch erledigen.

Ein Aufgabenheft ist zudem eine gute Informationsmöglichkeit für die Eltern.

 

 

 

Die Mischung macht´s - Pausen- und Arbeitsphasen

Für die Aufnahmefähigkeit ist der Wechsel zwischen den Konzentrationsphasen und Zeiten von Pausen zur Entspannung sehr wichtig. Kinder sollen natürlich auch im Freien toben dürfen, um sich zu entspannen. Wann werden aber die Hausaufgaben erledigt? Wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?  Vielleicht gleich nach dem Mittagessen oder nach einer weiteren „Spielpause...

Jedes Kind weiß, bei welcher Tätigkeit (Musik, Sport,...) am schnellsten Entspannung eintritt. Jedoch sollten Computerspiele oder alles, was emotional sehr aufwühlend ist, vermieden werden.

Ermöglichen Sie Ihren Kindern eine gesunde Mischung aus Entspannung und Konzentration. Das Gelernte kann dann besser behalten und verarbeitet werden.

Die Rolle der Eltern bei den Hausaufgaben

Es sind die Hausaufgaben Ihres Kindes und nicht Ihre. Demnach sollten die Hausaufgaben auch weitgehend selbstständig bearbeitet werden, um den Lernprozess optimal zu gestalten. Kurz nachfragen ist erlaubt - dann wird selbstständig weiter gearbeitet.

Die Eltern sollen nicht die Rolle des Nachhilfelehrers einnehmen. Das beste Ergebnis erzielen Hausaufgaben, wenn sie von den Schülern selbstständig angefertigt werden.

Eine Rückmeldung über das Geleistete ist sehr wichtig.

Loben Sie Ihr Kind, wenn die Aufgaben gut bearbeitet wurden.

Lassen Sie sich, auch möglichst die ausgefertigten Hausaufgaben kurz zeigen. Wenn Mama oder Papa die Hausaufgaben sehen wollen, steigt auch der Bedeutungswert der Hausaufgaben in der Einschätzung des Kindes. Fragen Sie auch eventuell nach, ob bestimmte Aufgaben sehr leicht oder schwer gefallen sind. 

Regen Sie an, dass bestimmte Informationen und Sachverhalte nachrecherchiert werden.  Das Suchen im Internet kann hier motivieren, sich damit noch vertieft auseinanderzusetzen.

Demnach nehmen Eltern u. a. die Rolle des Beraters, Unterstützers, Kontrolleurs und des "Animateurs" für kurze Zeit ein. Ziel sollte es sein, die Kinder an eine selbstständige Erledigung der Hausaufgaben heranzuführen, so dass die Zeiten, in denen Beratung und Unterstützung benötigt werden, stetig geringer werden.



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