Systematische Berufsorientierung an Realschulen in Unterfranken - SysBo

Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Realschule

Die Realschule fördert den Erwerb grundlegender Kompetenzen für die Persönlichkeitsentfaltung der jungen Menschen und deren späteres Berufsleben. Kompetenzorientierter Unterricht an der Realschule schließt auch Orientierungs- und Entscheidungshilfen für die Berufswahl der Schülerinnen und Schüler ein. Die Lehrer beraten Eltern und Schülerinnen und Schüler bei der Entscheidung für eine Wahlpflichtfächergruppe. Auch die unmittelbare Begegnung mit der Arbeits- und Berufswelt gibt den Schülerinnen und Schülern Hilfe und Orientierung beim Berufswahlprozess. Besondere Bedeutung kommt dabei Praxisbegegnungen im Rahmen des Unterrichts verschiedener Fächer und dem Betriebspraktikum zu. Die Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur und mit Unternehmen der Wirtschaft fördert die Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit der Arbeitswelt.

Ziele von SysBo

  1. Die Berufsorientierung an den unterfränkischen Realschulen ist wirksam und systematisch.
  2. Die Berufsorientierung ist im Schulentwicklungsprogramm verankert und ein Teil der systematischen Qualitätsentwicklung (SQR).
  3. SysBo zeigt die Offentheit gegenüber dem schulischen Umfeld, die Offenheit für Veränderungen und die Abgestimmtheit der kollegialen Arbeit.
  4. Die Maßnahmen und Aktiviäten fördern das selbstgesteuerte Lernen, die Lernmotivation und die überfachlichen Kompetenzen der Realschülerinnen und Realschüler.
  5. SysBo ermöglicht eine schrittweise, altersgerechte Förderung und Orientierung der Schülerinnen und Schüler bis zur Schnittstelle Schule-Beruf.

Verankerung von SysBo im Schulentwicklungsprogramm

Die Berufsorientierung ist im Schulentwicklungsprogramm verankert und leistet einen Beitrag zur systematischen Qualitätsentwicklung (SQR) an unterfränkischen Realschulen.

  • Der Kontakt mit externen Partnern wird systematisch gepflegt.
  • Schulexterne Personen und Institutionen werden gezielt in schulische Aktivitäten eingebunden.
  • Es gibt verbindliche Pläne, in denen pädagogische Anknüpfungspunkte jahrgangs- und fächerübergreifend festgelegt werden.
  • Es gibt institutionalisierte Kommunikationsstrukturen zur übergreifenden Abstimmung der pädagogischen Arbeit.
  • Es gibt verbindliche Absprachen für die pädagogische Arbeit.
  • Die Qualitätsentwicklung ist auf relevante Ziele ausgerichtet.
  • Dem Qualitätsentwicklungsprozess liegt eine feste Planung zugrunde.
  • Es gibt vorab festgelegte Kriterien zur Überprüfung der Wirksamkeit von Maßnahmen.
  • Die Schüler erhalten Gelegenheiten, sich Strategien anzueignen, mit denen Wissen nachhaltig erworben werden kann.
  • Die Schüler erhalten Gelegenheiten, Strategien der Informationsbeschaffung zu erwerben.
  • Die Schüler haben Möglichkeiten der Selbstbestimmung.
  • Die Schüler haben Möglichkeiten, ihre eigenen Kompetenzen zu erleben.
  • Die Schüler haben Möglichkeiten, die subjektive Bedeutsamkeit von Lerninhalten zu erleben.
  • Der Unterricht enthält Lernarrangements, in denen soziale Kompetenzen erworben werden können.
  • Der Unterricht enthält Lernarrangements, in denen methodische Kompetenzen erworben werden können.

Das Konzept SysBo 4.0

Die Verantwortlichen für die Berufsorientierung an den Realschulen erreichen durch SysBo eine pädagogisch sinnvolle Passung von Angebot und Nachfrage. Diese Passung ist auf die individuellen Anforderungen der Schülerinnen und Schüler und auf die jeweilige Schule zugeschnitten.

Die geeigneten Maßnahmen werden dazu genannt und die wichtigsten Informationsplattformen aufgezeigt. Um die vielfältigen Möglichkeiten effizient und gewinnbringend zu nutzen, ist es notwendig, eine koordinierte Bündelung und Steuerung der vorhandenen finanziellen und personellen Ressourcen an jeder Schule in Angriff zu nehmen. Nur so kann eine flächendeckende, aufeinander abgestimmte, individuelle und bedarfsgerechte Berufsorientierung gewährleistet werden. Erreicht wird dies durch Schaffung bzw. Implementierung eines personellen und informellen Unterstützungsangebotes für die verantwortlichen Lehrkräfte zur Koordinierung und Ausgestaltung von berufsorientierenden Maßnahmen an den Realschulen in Unterfranken.

Um eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Thema Berufsorientierung zwischen Realschule, Elternhaus und Berufsberatung unter Einbeziehung von Vertretern der Arbeitswelt zu schaffen, wird die Bildung einer Koordinierungsgruppe empfohlen, bestehend aus:

  • Lehrkräften
  • Berufsberater der Agentur für Arbeit
  • Mitglied des Elternbeirats (fakultativ)
  • Vertreter der Wirtschaft (fakultativ)

Flankierend wird eine regelmäßige berufskundliche Fortbildung der Lehrkräfte (z. B. Betriebspraktika, Betriebserkundungen oder pädagogischer Tag zum Thema Berufswelt) vorgeschlagen.



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