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„Meet a Jew“ - Schülerinnen und Schüler begegnen Jüdinnen

Im Rahmen des Projekts „Meet a Jew“ des Zentralrats der Juden in Deutschland fanden in den zehnten Klassen der Staatlichen Realschule Würzburg III (David-Schuster-Realschule) innerhalb des Unterrichts Begegnungen von Schülerinnen und Schülern mit Alice Kolesnichenko und Daniela Kamertsel von den jüdischen Gemeinden in München und Nürnberg statt. Die beiden 22- und 18-jährigen Frauen verstanden es geschickt, auf die vielfältigen Fragen der Jugendlichen rund um das Judentum einzugehen.

Das Gespräch erstreckte sich vom jüdischen Leben allgemein bis hin zu politisch heiklen Themen des Nahost-Konflikts. Es ging um koscheres Essen, jüdisches Brauchtum und jüdische Feste im Alltag. Die Schülerinnen und Schüler freuten sich über einen kurzen Text in althebräischer Sprache und wissen jetzt, warum Frauen in der Synagoge keine Kippa tragen müssen. Besonderen Eindruck hinterließen die Antworten auf Nachfragen zu persönlichen Ausgrenzungserfahrungen der beiden als in Deutschland lebende Jüdinnen. Es wurde von Beleidigungen, Empfang mit dem Hitlergruß durch Mitschüler und auch Gewalt bereits in der Grundschule berichtet.

„Judenwitze sind nicht lustig, da ist eine absolute Grenze erreicht“, war eine der klaren Botschaften, durch die verdeutlicht werden sollte, dass es unerträglich ist, wenn die millionenfache Ermordung von Menschen verharmlost und ins Lächerliche gezogen wird. Die eindringliche Bitte um mutiges Einschreiten gegen jegliche Formen von Antisemitismus hinterließ nachhaltigen Eindruck bei den Schülerinnen und Schülern. Sehr erfreut zeigten sich die beiden Referentinnen über das ehrliche Interesse und die große Offenheit der Jugendlichen während der jeweils 90-minütigen Veranstaltungen, die problemlos auch deutlich länger hätten dauern können.

Text und Bild: Dieter Schanzer





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