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Gemeinsam für Respekt, Verantwortung und Zusammenhalt: Wertekooperation zweier Realschulen

Wertebotschafter-Ausbildung von Marie und Amelie in Leinach als Startschuss der gemeinsamen Kooperation (Foto: Carina Thorwarth)

Workshops mit Siebtklässlern – ein Werte-Spiel mit Bewegung (Foto: Corinna Hartwich-Beck)

„Gordischer Knoten“ mit Erstklässlern der Kerschensteiner-Volksschule in Schweinfurt (Foto: Corinna Hartwich-Beck)

Workshop und Vortrag für Wertebotschafter, Wertemultiplikatoren und Betreuungslehrkräfte der Wertebotschafter während des Unterfränkischen Wertetags in Würzburg (Foto: Heike Kihn-Wissel)

Workshops mit Siebtklässlern – Erstellen des Klassenprodukts per persönlichem Fingerabdruck (Foto: Corinna Hartwich-Beck)

Beispiel für einen schulinternen Mini-Workshop für Fünftklässler an der Wallburg-Realschule in Anlehnung an das schuleigene Werte-Curriculum (Foto: Corinna Hartwich-Beck)

Workshop und Schulung während des Unterfränkischen Wertetags für Studienreferendare in Schweinfurt (Foto: Corinna Hartwich-Beck)

Gruppenbild mit Viertklässlern der Grundschule in Wasserlosen nach der kurzweiligen Werteschulung (Foto: Corinna Hartwich-Beck)

Workshops mit Siebtklässlern – Input und Schüleraktivierung (Foto: Corinna Hartwich-Beck)

Seit dem Jahr 2023 verbindet zwei Realschulen aus der Region eine besondere Partnerschaft: eine schulübergreifende Wertekooperation, die von engagierten Schülerinnen ins Leben gerufen wurde und bis heute erfolgreich fortgeführt wird – mittlerweile bereits von ihren Nachfolgerinnen.

Alles begann in der Ausbildungswoche im Januar 2023, als sich Marie von der Staatlichen Realschule Eltmann (Wallburg-Realschule) und Amelie von der Staatlichen Realschule Schweinfurt (Wilhelm-Sattler-Realschule), zwei frisch ausgebildete Wertebotschafterinnen, kennenlernten. Schnell waren sie sich einig: Werte wie Respekt, Toleranz, Ehrlichkeit und Verantwortung sollten nicht nur im Unterricht thematisiert, sondern aktiv erlebbar gemacht werden. So entstand die Idee, an beiden Schulen gemeinsam 45-minütige Werte-Workshops für die 7. Jahrgangsstufe anzubieten.

Gesagt, getan! Seitdem wird dieses Workshop-Format einmal im Schuljahr an beiden Realschulen in allen 7. Klassen von den jeweiligen Wertebotschafterinnen durchgeführt, wobei sie auch einzelne Mitglieder ihrer schuleigenen Werte-Teams als Co-Moderatoren mit einbinden: Zunächst erarbeiten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam – auch unter Einbindung von digitalen Endgeräten - die Bedeutung von Werten – und sammeln wichtige Werte für ein gutes Miteinander. Anschließend darf jede und jeder den persönlich wichtigsten Wert in einem kleinen künstlerischen und kreativen Klassenprojekt per persönlichem Fingerabdruck und Notiz festhalten. So entsteht ein originelles Kunstwerk, das das Thema „Werte“ für die jeweilige Klassengemeinschaft lebendig und greifbar macht.

Doch damit nicht genug: Auch an ihren eigenen Schulen treiben die Wertebotschafterinnen die Wertearbeit mit großem Engagement voran. Zahlreiche Aktionen und Projekte während des gesamten Schuljahres, bei denen sie ihren Mitschülerinnen und Mitschülern aus den unterschiedlichen Jahrgangsstufen stets auf Augenhöhe – schlagfertig, klar und ebenso empathisch – begegnen, prägen inzwischen das Schulleben und fördern ein respektvolles und wertschätzendes Miteinander innerhalb der gesamten Schulfamilie.

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch der gemeinsame Auftritt der beiden Wertebotschafterinnen im Februar 2025, als sie ihre wertvolle Arbeit beim Unterfränkischen Wertetag in Würzburg vor einem interessierten Publikum aus Lehrkräften sowie Wertebotschafterinnen und -botschaftern verschiedener Schularten präsentieren durften und spannende Einblicke in ihre Aktivitäten gewährten. Das Feedback war durchweg positiv – und nicht nur das: Die inspirierende Energie der beiden übertrug sich unmittelbar auf die Teilnehmenden, sodass in der Abschlussrunde bereits erste Ideen für neue Werteprojekte an anderen Schulen entstanden. Mit ihrem Engagement zeigten die beiden eindrucksvoll, dass Wertebildung keine trockene Theorie ist, sondern aktiv gestaltet werden kann.

Seit dem vergangenen Schuljahr wurde die Kooperation, inzwischen auch unter der Beteiligung ihrer Wertebotschafter-Nachfolgerinnen Lenya (Eltmann) und Lilly (Schweinfurt), sogar noch ausgeweitet. Gemeinsam besuchten die beiden Realschulen bereits mehrere Grundschulen im Landkreis Schweinfurt, um auch dort die Bedeutung von Werten in den Mittelpunkt zu stellen. Mit ihrer lockeren, aber zugleich einfühlsamen Art gelang es den Wertebotschafterinnen, selbst die jüngsten Schülerinnen und Schüler für die Gesamtthematik zu begeistern. Darüber hinaus verstanden sie es, durch methodisches Geschick, sei es durch teambildende Aktivitäten wie den „Gordischen Knoten“ oder ein Werte-Klassen-Memory, aber auch kleine kreative Phasen wie das Gestalten von persönlichen Glückssteinen, ihre „kleinen“ Zuhörerinnen und Zuhörer bis zur letzten Minute zu fesseln.

Ein weiteres Highlight der gemeinsamen Arbeit stellte der Wertetag für alle Realschulreferendarinnen und -referendare Unterfrankens im Juli 2025 in Schweinfurt dar. An diesem besonderen Tag erhielten die Lehrkräfte von morgen einen praxisnahen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten der Wertevermittlung an Schulen, wobei diese auch wiederholt aktiv von den Wertebotschafterinnen, beispielsweise per Mentimeter, eingebunden wurden und zahlreiche Anregungen für ihre eigene pädagogische Arbeit mitnehmen konnten.

Die Zusammenarbeit der beiden Realschulen ist auch in Zukunft fest geplant. Bereits jetzt stehen weitere gemeinsame Projekte, u. a. an der Grundschule in Eltmann, für das laufende Schuljahr an sowie die Ausbildung der nächsten Wertebotschafter-Generation unmittelbar bevor.

Text und Bilder: Corinna Hartwich-Beck und Carina Thorwarth (Betreuungslehrkräfte der Wertebotschafterinnen an der Wallburg-Realschule und Wilhelm-Sattler-Realschule)

Redaktion: BRN (SN)





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