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Titelverleihung „Klimaschule“, MINT21 und „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an die Anton Fugger Realschule Babenhausen

„Klimaschule“

Seit Dezember 2020 darf sich unsere Schule „Klimaschule“ nennen. Dieser Titel ist deshalb ein besonderer, weil wir eine der wenigen Schulen sind, die sich so betiteln dürfen. Die Anton Fugger Realschule ist die erste Realschule und zweite Schule überhaupt in Bayern, die das Logo „Klimaschule“ verwenden darf – ein riesiger Erfolg also. Voraussetzungen dafür schaffte vorwiegend BerR Ludwig Endres. In seinem Unterricht arbeiten die 9. Klassen schon seit 2017 in Gruppen zu verschiedenen Themen, die mit dem Thema Nachhaltigkeit zu tun haben und ziehen jedes Jahr daraus eine aktuelle CO2-Bilanz. Die Grundsteine wurden allerdings schon 2012 gelegt.

Die gesamte Schulfamilie sucht seitdem Wege für ein nachhaltiges, klimafreundliches Schulumfeld. Die Fachstelle für Klimaschutz am Landratsamt Unterallgäu und das Energie- und Umweltzentrum Allgäu unterstützen dabei fachlich und organisatorisch. Der Landkreis Unterallgäu trägt außerdem die Kosten für das Projekt. Langfristiges Ziel ist die CO2-Neutralität, für die zuerst der CO2-Fußabdruck der Schule ermittelt und dann ein Maßnamenplan zum Klimaschutz erstellt  werden, um Treibhausgase einzusparen. Von diesen Maßnahmen betroffene Bereiche sind Wärme, Strom, Abfall, Beschaffung, Ernährung und Mobilität.

Die SchülerInnen arbeiten in Kleingruppen zu Inhalten wie CO2-Messungen, Neuberechnungen dieser CO2-Messungen, Baumpflanzungen, Upcycling, Reparaturmaßnahmen hauseigener Einrichtungen, etc. und präsentieren ihre Ergebnisse nach Möglichkeit jedes Jahr, vor einem Gremium aus Schulfamilie, Politik und Wirtschaft. Um mit diesen Ergebnissen auch langfristig eine Verbesserung des Klimas zu erzielen, erstellten die Schüler gemeinsam mit Herrn Endres einen Klimaschutzplan, der momentan 87 Maßnahmen an unserer Schule zur Folge hat. Beispiele hierfür sind der klimaneutrale Druck unseres Hausaufgabenheftes oder das zunehmende Angebot regionaler und ökologischer Produkte im Pausenverkauf.

Nach der Verleihung nahmen Ehrengäste, Lehrer und Schüler Stellung zu den Fragen, was Kinder und Jugendliche von der Politik beim Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz erwarten oder welche Maßnahmen auf dem Weg zum Klimaschutz besonders gut gefallen und wie es zukünftig gelingen kann, Kinder und Jugendliche zu motivieren, sich für Nachhaltigkeit einzusetzen.

MINT21 Preis

Ein weiterer Titel, der im Zuge dieses Projektes an unsere Schule vergeben wurde, ist der MINT21 Preis, der für herausragende Projekte im Bereich der Mint-Fächer vergeben wird und unsere Schule im Zuge des Klimaprojekts auch hier „auffällig“ geworden ist. Beispielsweise stützte sich die „Windrad-Gruppe“ während ihrer Arbeit auf die Fächer Mathematik, Physik, Chemie, Geografie und das Fach IT, wenn Daten mit Programmen ausgewertet werden mussten. Kooperationspartner der Windradentwicklung ist die Firma SFB aus Babenhausen. Ziel ist es hier, irgendwann einmal hauseigene Gerätschaften mit dem gewonnenen Strom anzutreiben.

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ - SORSMC

Ebenso gab es im Bereich des „menschlichen“ Klimas einen Titel für unsere Schule: Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Denn auch Menschen sind Ressourcen, mit denen nachhaltig umgegangen werden sollte.

Seit der 7. Klasse beschäftigte sich die Klasse 9d mit der Initiative SORSMC. Nachdem sie sich das Thema selbst erarbeitet, die Unterschriften eingeholt und mit dem Musiker Stefan Mühlbauer einen passenden Paten an Land gezogen hatte, konnte die offizielle Titelverleihung endlich über ein Jahr später stattfinden.

Die Gründe für die Bewerbung zu diesem Titel waren sehr vielfältig. Wenn einige einfach begeistert von dem Workshop waren, spielten bei vielen auch persönliche Erfahrungen mit dem Thema Ausgrenzung eine Rolle und der starke Wunsch nach einer Welt, in der Unterschiede aufgrund von Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung keine Rolle mehr spielen sollten. Alle waren sich indes einig, dass die Schule ein geeigneter Ort sei, Wirkung zu entfalten.

Dies ist auch gemäß unserem Ministerialbeauftragten Herrn Bernhard Buchhorn eine der wichtigsten Aufgaben von Schule: Wie ein Stein, der ins Wasser geschmissen wird, sollen die beiden Initiativen Wellen schlagen und Kreise ziehen und so viele Mitmenschen wie möglich davon überzeugen, diese Werte aufzunehmen und zu leben.

Nachdem die Schüler neben vielen Kunstwerken und Objekten einem Film zum Thema „Miteinander“ und Buttons mit Werten, die für sie hohe Bedeutung haben, präsentierten, konnten auch tatsächlich über 80 Prozent der Stimmen in der Schulfamilie eingeholt werden – für die Schüler ein großer Erfolg, zudem die meisten fehlenden Stimmen dem Lockdown geschuldet waren.

Jetzt konnte die Initiative in die dritte Runde gehen: Das Songprojekt mit Stefan Mühlbauer aka „Das Ding ausm Sumpf“. Inhaltlich bezieht sich der Song auf die Opfer aus Hanau 2020, die stellvertretend für die zahlreichen Opfer rechter Gewalt stehen. Außerdem werden auch die von uns angesprochen, die sich gar nicht vorstellen können und wollen(?), was ein Mensch nichtdeutscher Herkunft sogar hier in Deutschland alles ertragen muss, weil wir das Glück haben, weiß und gut situiert zu sein – alles ist für uns so „nice“.

Die Arbeitsgruppe SORSMC wird jedes Jahr neu gebildet und es dürfen SchülerInnen sämtlicher Klassenstufen teilnehmen. Welche Aktionen und Projekte im jeweiligen Schuljahr stattfinden, entscheiden die SchülerInnen der Gruppe. Dieses Jahr fanden neben dem Hauptprojekt mit Stefan Mühlbauer der alljährliche Briefmarathon von Amnesty International statt und eine Ausstellung zum Anne-Frank-Tag.

Schirmherr dieser Initiative ist für uns Michael Sell, Leiter der JUBI Babenhausen. Herr Sell ist außerdem unser Ansprechpartner bei Projekten und bietet im Rahmen von SORSMC zahlreiche Angebote, wie Workshops, Tagungen, Aktionstage und Fortbildungen für SchülerInnen und LehrerInnen an. Natürlich war es auch er, der unseren ProjektschülerInnen feierlich die Urkunde mit den Worten „Ihr seid nicht allein!“ überreichte.

Melissa Bartholl





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