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Jonas Deichmann an der Realschule Puchheim

Weltrekordhalter Jonas Deichmann an der Realschule Puchheim

Der Grundgedanke war, eine sportliche Herausforderung für die Schülerinnen und Schüler der Realschule Puchheim zu schaffen. Ein kleiner Anreiz, nach draußen zu gehen und sich zu bewegen – denn wegen der Schließung von Sportvereinen, -anlagen und mangelnder Freizeitbeschäftigungen im Lockdown fehlten den Kindern oft die Möglichkeiten, sich auszutoben. Im Herbst 2020 hat sich der Extremsportler Jonas Deichmann, der sogar in der Nähe der Schule in München wohnt, auf den Weg gemacht, um einen Triathlon um die Welt und dabei einen Weltrekordversuch zu wagen. Damit war er das Vorbild und die Motivation für die Challenge „RSP around the World“. Das Ziel bestand darin, als Schulgemeinschaft so viele Kilometer wie möglich zu sammeln, Jonas Deichmann bei seinem Triathlon um die Welt virtuell zu verfolgen, ihn auf seiner geplanten Route einzuholen und zwischen Pfingsten und den Sommerferien einmal die Strecke um die Weltkugel zurückzulegen. Egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder beim Gassi gehen mit dem Hund – jeder Kilometer wurde von den knapp 1000 Schülerinnen und Schülern und ihren 70 Lehrkräften gezählt, eingetragen und auf dem eigenen Klassenkonto verbucht! Nach bereits drei Wochen hatte es die Schulgemeinschaft geschafft, Jonas Deichmann auf seiner Reise um die Welt einzuholen. Der Extremsportler bekam Wind von der Aktion und so flatterte bald auch eine Videobotschaft aus Sibirien von Jonas ein, in der er der Schulfamilie zum Erreichen des Ziels gratulierte und viel Erfolg für den weiteren Weg wünschte. Doch nicht nur auf seiner Route, auch in den sozialen Netzwerken wurde Jonas fleißig verfolgt.

Bei einer Spendenaktion des Triathleten von „World Bicycle Relief“ wurde die Schule hellhörig: Jonas sammelt Geld, um Kindern in Afrika Fährräder für den teilweise mehr als zwanzig Kilometer langen Schulweg zu finanzieren und dadurch eine Chance auf Bildung zu ermöglichen. Die Organisation legt dabei großen Wert auf Nachhaltigkeit und betreibt Läden vor Ort, die den Schülerinnen und Schülern dort den Zugang zu qualifizierter Wartung und zu Ersatzteilen ermöglichen. An der Realschule Puchheim ist es für viele der Schülerinnen und Schüler völlig selbstverständlich, mit dem Fahrrad zur Schule fahren zu können. In etwa 500 Räder stehen täglich auf dem Radlparkplatz. Und so war schnell klar: Wir wollen helfen! Im Rahmen des Sportunterrichts organisierten die beiden Lehrerinnen Amelie Hohenleitner und Kathrin Pömmerl mit Unterstützung ihrer Kolleginnen und Kollegen einen Spendenlauf, um Jonas beim Erreichen seines Zielbetrags von 9000 € zu unterstützen. Und so zogen die Schülerinnen und Schüler los und engagierten ihre Eltern, Omis und Opis, Onkel, Tanten und sogar verschiedene Firmen als Sponsoren. In 45 Minuten wurden dann im Sportunterricht möglichst viele Runden erlaufen. Durch die großzügige Unterstützung der vielen Sponsorinnen und Sponsoren und die große Motivation der Schülerinnen und Schüler, selbst bei Regen und Kälte, wurde die Aktion ein enormer Erfolg. Insgesamt wurden über 12.000 € gesammelt, was fast 90 Fahrrädern für Kinder in Afrika entspricht! Begeistert von der Spendenaktion und dem Engagement seiner Schützlinge wollte der Schulleiter Herbert Glauz das Projekt gerne auch noch finanziell unterstützen und spendete den Betrag von 134 € für ein komplettes Fahrrad.

Beinahe nebenbei gelang es den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften, mit Radtouren zum See sowie Radprojekttagen für die 5. und 6. Klassen die letzten Kilometer auf der Reise um die Welt zu sammeln und die imaginäre Ziellinie „Radlparkplatz Realschule Puchheim“ zu überqueren! Auch Jonas Deichmann war überwältigt von dem unfassbaren Ertrag des Spendenlaufs und verkündete in einer weiteren Videobotschaft (diesmal aus Mexiko), in der er sich auch für die Unterstützung durch die Realschule Puchheim bedankte, eine Überraschung für die Schülerinnen und Schüler: Eine Fragestunde mit dem Weltrekordhalter und Abenteurer. Bereits am 22.12.21 – ca. 3 Wochen nach seiner Ankunft in München am Odeonsplatz – nahm er sich zwischen Presseterminen und Auftritten in der Sportschau oder bei EOFT tatsächlich die Zeit, sein Versprechen einzulösen. Jonas stattete der Realschule einen Besuch ab, bei dem er sich eine Stunde dem Fragenfeuer der Schülerinnen und Schüler stellte - „Hast du einen Wal im Meer gesehen?“, „Hattest du Klopapier dabei?“ und „Warst du eigentlich gut in der Schule?“ - und dabei stets offen und ehrlich Rede und Antwort stand. Sein Leitmotiv verdeutlichte er mit dem Satz „Ich hatte nur das Seepferdchen und bin 450 Kilometer geschwommen.“, auch wenn viele meinten, das wäre unmöglich: Du kannst alles schaffen, wenn du es wirklich möchtest und daran glaubst. Bei der symbolischen Übergabe der Schülerspenden griff auch die stellvertretende Schulleitung Christine Heimann dies erneut auf und bedankte sich für den großartigen Einsatz der Schülerinnen und Schüler beim Spendenlauf.

Insgesamt war die Aktion „RSP around the World“ ein voller Erfolg! Über 40.000 hart erarbeitete Kilometer, viel frischer Wind um die Nase, schwere Beine, verbissene Klassenwettkämpfe und gemeinsam zurückgelegte Runden auf dem Sportplatz liegen hinter uns. Gewonnen haben wir dabei nicht nur neue Radstrecken, miteinander verbrachte Stunden beim Gassi gehen oder die Fähigkeit, die (Frei-)Zeit an der frischen Luft zu genießen sondern auch das Gefühl, gemeinsam etwas Großes bewegt zu haben! Wir Organisatoren sind sehr stolz auf unsere Sportlerinnen und Sportler!

Amelie Hohenleitner, Kathrin Pömmerl





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