Über ein besonderes, wenn auch verspätetes Weihnachtsgeschenk durfte sich die Realschule Simbach kürzlich freuen: Die mit viel Aufwand beantragte Akkreditierung für das EU-weite Förderprogramm Erasmus-Plus wurde bestätigt. Dies eröffnet der Schule Zugang zu einem weitreichenden Netzwerk an Erasmus-Partnern in ganz Europa und Fördermöglichkeiten für Lernaufenthalte für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrkräfte.
Internationale Begegnungen haben an der Schule bereits Tradition: Ein Schüleraustausch mit der Partnerstadt Tolmezzo gehört seit über zehn Jahren fest zum Schulprofil. Angesichts steigender Reisekosten entschloss man sich, sich nach weiteren Fördermöglichkeiten umzusehen. Schnell rückte Erasmus-Plus ins Blickfeld. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Programm bietet nicht nur verlässliche Unterstützung durch die EU, sondern ermöglicht auch den Ausbau bestehender Kooperationen sowie die Anbahnung neuer Partnerschaften in weiteren europäischen Ländern.
Das Antragsverfahren ist jedoch äußerst aufwändig und setzt eine intensive Auseinandersetzung mit den Förderrichtlinien der EU voraus. Davon ließen sich die engagierten Mitglieder des neu gegründeten Erasmus-Teams nicht abhalten. Mit großer Begeisterung wurden Ideen entwickelt, Formulierungen gesucht, wieder umgeworfen, neu aufgesetzt und alle Ergebnisse in ein online Formular eingetragen. Am Ende stand ein runder Antrag, basierend auf das Schulprofil und den Entwicklungszielen der Realschule, gleichzeitig aber mit neuen Akzenten in den wichtigen Bereichen Demokratiebildung und Umwelterziehung. „Die Tatsache, dass sich der Erasmus-Antrag logisch in unsere Zielsetzungen einfügt und von so vielen Stellen begeistert mitgetragen wird, war sicher ausschlaggebend für den Zuschlag,“ freut sich Beratungsrektorin Ines Geier, die das Erasmus-Team leitet und sich lange mit den Anforderungen an einen guten Antrag beschäftigt hat.
Die Begeisterung für europäische Projekte ist indes spürbar an der Realschule. Neben dem etablierten Austausch mit Tolmezzo wurde im September das Erasmus-Netzwerk bereits genutzt, um einen weiteren Schüleraustauch mit einer Schule in der Bretagne in Frankreich zu beginnen. Dank der Förderung kann die Fahrt nun ohne finanzielle Belastung für die Eltern realisiert werden. Im nächsten Schritt ist zudem ein Austausch mit einem englischsprachigen Land geplant. Auch hier wurden schon erste Kontakte geknüpft, sodass sich für die Schülerinnen und Schüler bestimmt bald weitere Möglichkeiten ergeben dürften, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und die Regionen, die sie aus ihren Englischbüchern kennen, selbst zu erleben. Auch für die Lehrkräfte ergeben sich neue Perspektiven: Mehrere Pädagogen haben bereits Interesse an Fortbildungen und Praktika im europäischen Ausland bekundet, um neue Impulse für ihre Arbeit zu gewinnen. Langfristig sollen möglichst viele Mitglieder der Schulfamilie von den Möglichkeiten des EU-Programms profitieren und so die Schulentwicklung nachhaltig stärken.
Schulleiter Alexander Leibelt bringt die Bedeutung der Akkreditierung auf den Punkt: „Für unsere Schule ist die Aufnahme in das Erasmus-Plus-Programm nicht nur eine Anerkennung unserer bisherigen pädagogischen Arbeit, sondern sie bietet uns auch neue Chancen für zeitgemäße Bildung und persönliche Entwicklung über die Ländergrenzen hinweg.“
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