Einsatz digitaler Medien bei längerfristiger Beeinträchtigung des Unterrichtsbetriebs

Bei einem längerfristigen Unterrichtsausfall können digitale Medien helfen, die Schülerinnen und Schüler bei der Wiederholung und Vertiefung, ggf. auch der Erarbeitung neuer Inhalte zu unterstützen.

Vorüberlegungen

Lernen ist insbesondere beim Distanz Lernen orts- und zeitunabhängig möglich. Das Spektrum der Möglichkeiten reicht dabei von der einfachen Materialbereitstellung bis hin zu kooperativen Arbeitsformen. Schülern werden dabei auf geeignete Weise Links zu Materialien zur Verfügung gestellt. Dies kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen:

  • Lernplattform mebis
  • Online-Office-Systeme
  • Schulhomepage - (z. B. in Form einer Materialsammlung oder eines Blogs - bevorzugt in einem passwortgeschützten Bereich)
  • Versand per E-Mail
  • Datenschutzfreundliche Messenger-Dienste
  • Cloud-Lösungen (Nextcloud), die auf dem Schulserver gehostet werden können, auch erweiterbar durch ein Online-Office-System.

Das entsprechende KMS vom 12.03.2020 enthält wichtige rechtliche Hinweise zur Nutzung der Lernplattform mebis und alternativen digitalen Werkzeugen.

Es ist sinnvoll, die Vorgehensweise und den Umfang der Arbeitsaufträge an eine Klasse unter den Lehrkräften zu koordinieren, um die Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu unterstützen.

Mögliche Inhalte sind zunächst vor allem Wiederholung und Vertiefung. Dabei sollten die Aufgaben möglichst konkret formuliert sein, der allgemeine Hinweis auf Lernseiten im Internet ohne Arbeitsauftrag wäre nicht hilfreich.

Die selbständige Erarbeitung neuer Inhalte ist nur sinnvoll, wenn für die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit besteht, auf geeignetem Weg Fragen zu stellen. Moderne digitale Lernangebote wie mebis unterstützen immer besser wichtige soziale Lernkomponenten wie persönliches Feedback und die Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen und Schülern. Auch die Produktion von Texten und anschließende Korrektur durch Lehrkräfte oder sogar die gemeinsame Erstellung ist dann möglich.

Stabsstelle Medien.Pädagogik.Didaktik. | eSessions zentral - regional

Die Stabsstelle dient als zentrale Anlauf- und Koordinationsstelle für ein bayernweites Angebot thematisch breit gefächerter Fortbildungsangebote auf Basis von eSessions (Videokonferenz-basierte Fortbildungsformate). Die bedarfs- und zielgruppengerechten Fortbildungsangebote stehen allen bayerischen Lehrerkräften ortsunabhängig zur Verfügung. Die Stabsstelle bietet den Lehrkräften somit ein vielfältiges Fortbildungsprogramm von kontinuierlich wechselnden eSessions in dynamischen Themenfeldern der digitalen Bildung.

ISB-Portal Lernen zuhause

Das Portal „Lernen zuhause“ will den Schulen und Lehrkräften Anregungen und Unterstützungen bei der Etablierung von Methoden des Arbeitens und Unterrichtens beim Wechsel zwischen dem Präsenzunterricht und dem „Lernen zuhause“ geben. Weitere Informationen: https://www.lernenzuhause.bayern.de/

Digitales Werkzeug unterstützt „Lernen zuhause“ an weiterführenden Schulen

Um den Austausch zwischen Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrkräften auch während der derzeitigen virusbedingten Einschränkungen im Schulalltag sicherzustellen, steht allen weiterführenden Schulen in Bayern ab sofort neben mebis – Landesmedienzentrum Bayern auch die Videokonferenz-, Chat- und Cloudspeicherfunktionen von Microsoft Teams for Education zur Verfügung.
Weitere Informationen: https://www.km.bayern.de/teams

"Schule daheim“: Kultusministerium und BR starten Lernangebot für zuhause

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus und der Bayerische Rundfunk stellen in Partnerschaft unter dem Motto „Schule daheim“ ein besonderes Angebot zum Lernen zuhause auf ARD-alpha, in der BR Mediathek und dem Infoportal „mebis“ bereit.

Es wird sichergestellt, dass für jede Jahrgangsstufe in Mittelschulen, Realschulen, Gymnasien und anderen weiterführenden Schularten zumindest einmal täglich jede Fächergruppe (MINT, Geisteswissenschaften, Sprachen) berücksichtigt wird. Sowohl bei „mebis“ als auch im Online-Angebot sind alle Inhalte übersichtlich nach Fächern strukturiert.

Lernplattform mebis - Landesmedienzentrum Bayern

Allgemeine Hinweise:

Praxisbeispiele und Anregungen

  1. Schulhomepage / Lernblog
    In einem Lernblog auf der Webseite der eigenen Schule können für jede Klasse Aufgaben bereitgestellt werden. In der Regel sollte dieser Bereich passwortgeschützt sein, in allen modernen Content-Management-Systemen ist es kein Problem Inhalte auf diese Weise bereitzustellen. (Beispiel: https://edu.real-euro.de/)

  2. Cloud-Lösungen
    Cloud-Lösungen wie beispielsweise Nextcloud (eine Open-Source Software) machen das Synchronisieren und Teilen Ihrer Daten einfach. Schülerinnen und Schüler können über eine Weboberfläche oder kostenlose App auf ihre persönliche Dateiablage und zur Verfügung gestellte Klassenverzeichnisse auf dem Schulserver zugreifen.

  3. Pragmatische Hilfen zur Strukturierung digitaler Unterrichtsprozesse
    Seitdem wir unsere Schülerinnen und Schüler nur noch über die Distanz unterrichten können, sehen wir uns mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Es müssen Kommunikationskanäle etabliert werden und wir machen "vielfältige" Erfahrungen damit. Gerade jetzt ist es wichtig, niederschwellig und pragmatisch vorzugehen. Wir sollten unsere Angebote gut strukturieren. Die Berater digitale Bildung sammeln gerade Best-Practice Beispiele, die an dieser Stelle Zug um Zug veröffentlicht werden.

    Organisatorische Hilfen

    Support-E-mail-Adresse
    Die Einrichtung einer Support-E-Mail-Adresse für Eltern und Schüler und ihre Veröffentlichung auf der Schulhomepage bieten eine schnelle Hilfe, um beispielsweise verloren gegangene Zugangsdaten von Onlinediensten der Schule (mebis, Schulcloud, etc.) zu erhalten. Die Anfragen gelangen dadurch direkt zu den zuständigen Personen (z. B. Mebis-Koordinatoren).
    Geschlossene E-Mail-Systeme
    Mithilfe von Diensten wie beispielsweise BRN-OX oder SchuleIntern kann die Kommunikation mit Eltern, Schülerinnen und Schülern über dienstliche E-Mail-Adressen geschehen. Lehrkräfte antworten i. d. R. noch am gleichen Tag auf Anfragen zu gestellten Lernaufgaben.
    Videokonferenz von Lehrkräften
    Hiermit ist ein schneller Austausch über wichtige Themen mit mehreren Lehrkräften möglich, um zum Beispiel schnell auf neue Regelungen reagieren zu können.
    Termine
    Vereinbaren Sie einen festen Zeitpunkt zu dem Materialien veröffentlicht werden sollen. Es dient der Übersicht, wenn nur ein oder zwei Mal pro Woche neuer Lernstoff für die Schülerinnen und Schüler veröffentlicht wird.
    Telefonische Unterstützung (Telefonhotline Lehrersprechstunden)
    Besonders zur Unterstützung der Schülerinnen und Schülern aus den 10. Klassen hat sich die Einrichtung einer Telefonhotline bewährt, bei der innerhalb von genau festgelegten Zeitfenstern (z. B. Bekanntgabe via Schulhomepage) Lehrkräfte für Rückfragen von Schülerinnen und Schülern, sowie deren Eltern zur Verfügung stehen.
    "Kümmer"-Telefondienst
    Je eine Lehrkraft pro Klasse (manchmal die Klassenleitung, meist Lehrkräfte, die nicht umfangreiche Materialien erstellen müssen) ruft einmal in der Woche jeden Schüler an, um sich nach seinem Befinden zu erkundigen, nach seiner „Arbeitsmoral“ und seinen Problemen beim häuslichen Lernen.

    Hilfen beim Online-Unterricht

    Wochenarbeitsplan

    Strukturieren Sie die Materialien, die bearbeitet werden sollen. Mit einem Wochenplan nehmen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler an die Hand, indem Sie ihnen mitteilen, wann welcher Arbeitsauftrag erledigt werden soll. Die Lehrer senden mit dem Material für eine Woche auch den Wochenarbeitsplan mit. Teilweise ist eine Rückmeldung gefordert, manchmal sogar eine Rücksendung von erfüllten Aufgaben. Die Lösungen der Aufgaben kommen mit den neuen Aufgaben in der nächsten Woche.
    Virtueller Stundenplan
    Ein virtueller Stundenplan kann ebenfalls dazu beitragen, die Verteilung von Unterrichtsmaterialien und Hausaufgaben zu rhythmisieren. Die Schule hat einen virtuellen Stundenplan für eine Arbeitswoche verfasst. Er enthält Arbeitszeiten für die einzelnen Fächer. Auch Phasen der sportlichen Betätigung oder des Hörens von Musikbeispielen mit Aufgaben sind eingeplant.
    Namenskonvention für Dateien
    Für den Rücklauf von digitalen Hausaufgaben und zur Schaffung von Übersichtlichkeit ist es vorteilhaft, die Dateinamen nach einem bestimmten Schema zu gestalten. Beispielsweise: Datum-Klasse-Fach-Nachname-Vorname (200319-7a-E-Mustermann-Max.docx). Sie hilft, den Überblick zu behalten, besonders beim Speichern und Verwalten der Materialien. Wenn Sie für Ihre Arbeitsaufträge ebenfalls ein sinnvolles Namensschema verwenden, erleichtern Sie damit auch die Orientierung für Ihre Schülerinnen und Schülern.
    Ordnerstruktur
    Egal ob Sie mit mebis oder einer Cloud-Lösung arbeiten, achten Sie auf die übersichtliche Anordnung Ihrer Materialien. Überlegen Sie sich eine sinnvolle Ordnerstruktur mit einer Gliederung beispielsweise nach Zeit, Klassen oder Fächern.
    Arbeiten mit Papier
    Machen Sie sich bewusst, dass nicht jedes Elternhaus über einen Drucker, ausreichend Papier und eine volle Druckerpatrone verfügt. Nutzen Sie die Zeit, um sich mit verschiedenen digitalen Werkzeugen vertraut zu machen (s. u. Digitale Werkzeuge).
    Erklärvideos und -audios
    Eine Grundlage des Lernens bleibt die persönliche Beziehung. Schülerinnen und Schüler können durch Erklärvideos und -audios mit der vertrauten Stimme ihrer Lehrkraft weiterlernen. Diese selbst produzierten Unterrichtsmedien können besonders einfach über mebis oder aber auch andere Distributionswege (z. B. SchulCloud) zur Verfügung gestellt werden.
    Sportunterricht
    Schülerinnen und Schüler erhalten Bewegungsaufgaben in Form von Videolinks oder Arbeitsblättern.

 

Digitale Werkzeuge

  1. Padlet "Erste Hilfe für die digitale Zusammenarbeit"
    Eine übersichtliche, nach Unterrichtsfächern sortierte Zusammenstellung von digitalen Angeboten der Beraterinnen und Berater digitale Bildung.

    Einsatz von Padlets:
    Anleitung für Lehrerinnen und Lehrer
    Anleitung für Schülerinnen und Schüler

  2. Erklärvideos

    Anleitung: Erklärvideos selbst erstellen und veröffentlichen
    Einsatz von Videos vom BR
    Erklärvideos mit Screencast-O-Matic selbst erstellen
    Erklärvideos mit Snagit selbst erstellen
    Bereitstellung der Videos siehe oben “Lernplattform mebis”

  3. Einsatz der Mebis-Tafel
    Die browserbasierte Tafelsoftware mebis Tafel ergänzt die pädagogische Schulplattform mebis als weiteres Teilangebot.

  4. Einsatz von realmath.de
    Auf dieser Seite können nahezu alle Themen der Realschulmathematik mit digitalen Übungen vertieft bzw. wiederholt werden, das reicht vom Multiplizieren von ganzen Zahlen in der 5. Jahrgangsstufe (Beispiel 1) bis zum Aufstellen von Geradengleichungen mit der Punkt-Steigungs-Form und dem Tangens der 10. Jahrgangsstufe (Beispiel 2).

Weitere Hilfen

Digitales Lernen: "Mach es so ...   ... nicht so"

Digitales Lernen bietet zahlreiche Chancen, stellt Schule aber auch vor neue Herausforderungen. So gibt es viele Vermutungen, z.B. dass die Schülerinnen und Schüler ohne Probleme auf das Internet zugreifen können; dass die Eltern oder Betreuer die Anweisungen verstehen, damit sie helfen können; dass eine bestimmte Aufgabe für die Schülerinnen und Schüler nur 20 Minuten dauert. Was ist, wenn es ein technisches Problem gibt? Was ist, wenn die Betreuer oder Eltern nachlässig sind? Es ist eher wahrscheinlich, dass es aufgrund verschiedener Faktoren doppelt so lange dauert, bis die Aufgaben zu Hause erledigt sind.

Einen sehr hilfreichen Ratgeber finden Sie in diesem PDF-Dokument unter CC-Lizenz von Alison Yang (deutsche Version von Manuel Garzi, Pädagogische Hochschule St. Gallen). 

Digitales Lernen und Onlineunterricht: "Mach es so ...   ... nicht so"

 

 



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