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Werte fair.0 - Schulentwicklungstag 2019

Über 300 TeilnehmerInnen waren am Schulentwicklungstag 2019 mit dem Titel "Werte fair.0 - ein Auftrag für Bildung und Erziehung" anwesend.

Professor Dr. Andreas Benk wies darauf hin, dass Lehrkräfte bereits bei der Auswahl und Erstellung von Aufgaben die Chance haben in jedem Fach einen Beitrag zur "Ethischen Bildung in Zeiten von Globalisierung und Klimawandel" zu leisten. "Suche ich als Lehrkraft bei der Unterrichtsvorbereitung eine Statistik zu Brillenträgern in einer Stadt heraus, oder nehme ich die Entwicklung des Fleischkonsums in unserer Gesellschaft? Berechne ich die Aufgabe nur mathematisch oder problematisiere ich die Entwicklung auch im Fachunterricht?" fragte Benk die Lehrkräfte. Der Unterricht ermögliche eine Auseinandersetzung mit den Schlüsselproblemen der Menschheit wie Frieden, Umwelt oder Ungleichheit.Bildung sei den Menschenrechten verpflichtet. „Wie vorurteilsfrei, wie demokratiefähig, wie widerstandsfähig gegen lebenszerstörende Handlungsweisen, gegen Populismus, gegen Fundamentalismus sind die SchülerInnen?“, fragte Professor Benk mit Blick auf das Ergebnis von Bildung und Erziehung.

Professorin Dr. Ursula Münch hielt einen Vortrag zur "Demokratieerziehung und Wertevermittlung im Zeitalter der Digitalisierung".Die Gesellschaft stehe vor riesigen Herausforderungen wie Digitalisierung, Klimawandel oder Migration. Die wahrgenommene vermeintliche Ohnmacht biete einen Nährboden für Populismus und Politikverdrossenheit. Gerade der Rückzug in Teilöffentlichkeitensei ein Problem für den öffentlichen Diskurs und damit für die Demokratie. Schule und Bildung haben den Auftrag die SchülerInnen zur Teilnahme an der Demokratie als mündige BürgerInnen zu befähigen. Dazu bedürfe es vor allem an Urteilsfähigkeit innerhalb der Leitplanken der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Die TeilnehmerInnen wurden im Rahmen der Herbsttagung in 19 Workshops im Hörsaalgebäude Z6 aktiv. Darunter waren auch ReferentInnen aus dem Realschulbereich. Die Wertemultiplikatorinnen und Schulentwicklungsmoderatorinnen Kirsten Christiansen und Susi Müller von der Realschule Eltmann stellten das Wertecurriculum ihrer Schule vor. Die Qualität und Nachhaltigkeit des Schulentwicklungsprozesses beeindruckte die TeilnehmerInnen.

Der Zentrale Fachleiter für Sozialkunde Philipp Beyer von der staatlichen Realschule Würzburg II (Wolffskeel-Schule) betonte die Wichtigkeit des fächerübergreifenden politischen Bildungsauftrags. Er veranschaulichte das Gesamtkonzept an Hand von Fällen und Beispielen, die für die WorkshopteilnehmerInnen eine Auseinandersetzung mit demokratischen Schlüsselproblemen ermöglichte. Dabei wurde deutlich, dass die Schule für die Jugendlichen der wichtigste Kontaktpunkt zu politischen Themen ist.





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