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Theaterstück „ICE BREAKER“ thematisiert Depressionen

In verschiedenen Szenen aus dem Alltagsleben stellten immer zwei Protagonisten die Symptome einer Depression dar.

In verschiedenen Szenen aus dem Alltagsleben stellten immer zwei Protagonisten die Symptome einer Depression dar.

In verschiedenen Szenen aus dem Alltagsleben stellten immer zwei Protagonisten die Symptome einer Depression dar.

Theaterpädagoge Jean-Francois Drozak (links) führte Regie und hinterfragte mit dem Publikum die Aussagen der Betroffenen.

Die acht Schüler setzten das Thema „Depression“ in eindrucksvoller Weise in Szene.

Mit dem Theaterstück „ICE BREAKER“ warfen Schülerinnen und Schüler der staatlichen Realschule Eltmann (Wallburg-Realschule) den Blick auf Depressionen von Jugendlichen und thematisierten die Erkrankung und Wirkung auf Geschwister in eindrucksvoller Weise.

Über Depression zu sprechen ist nicht einfach. Immer noch sind psychische Erkrankungen des Öfteren ein Tabu-Thema. Sie gelten als sehr persönliche, ja intime Erfahrung, obwohl viele Menschen im Laufe ihres Lebens selbst eine Depression oder zumindest eine depressive Phase erleben und aus ihrer eigenen Familie oder dem Freundeskreis Betroffene kennen.

Frank Dünisch, Direktor einer Krankenkasse, freute sich über das große Interesse an diesem Theaterprojekt, da das Thema Depressionen bei Kindern und Jugendlichen an vielen Stellen aktuell sei. „Ca. 3% der Kinder im Grundschulalter erkranken an Depressionen, die sich oft an einer labilen Stimmung der Kinder ausdrücken, wenn sie sich oftmals sehr ängstlich oder aggressiv verhielten. Jeder 20. Jugendliche in Deutschland leidet an einer Depression und die Tendenz ist steigend.“ Schaue man auf die stationären Klinikaufenthalte, so habe sich die Zahl sogar versechsfacht. Im Jahr 2000 habe das Statistische Bundesamt noch ca. 2 000 Fälle in Deutschland gezählt, zwölf Jahre später seien rund 13 000 Jugendliche wegen einer Depression stationär behandelt worden.

Es bestehe die Gefahr, depressive Symptome mit pubertärem Verhalten zu verwechseln. Dies könne dazu führen, dass Eltern, Lehrer oder auch Ärzte die Depression übersehen. Sie zu erkennen sei aber umso bedeutsamer, da Suizide im Jugendalter zu den häufigsten Todesursachen zählten.

Die Realschulen in Unterfranken haben das Ziel, die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zu stärken. Das Theaterstück ist eine Präventionsmaßnahme. Der Theaterpädagoge Jean-Francois Drozak erarbeitete mit den Schülerinnen und Schülern verschiedene Szenen, um sie dann vor der Schulgemeinschaft und Ehrengästen aufzuführen.

Diese und weitere Aktivitäten zur Vorbeugung von psychischen Erkrankungen hat das Kultusministerium kürzlich durch ein 10-Punkte-Programm erweitert. Dieses setzt auf eine altersgerechte Aufklärung, schulpsychologische Beratungsangebote sowie auf die Vermittlung außerschulischer Ansprechpartner und Beratungsstellen:

Im Mittelpunkt der Inszenierung standen dabei Lisa und Alex, die sich zunächst ähnlich verhielten, im Verlauf des Stückes dann aber deutlich wurde, dass Alex ärztliche Hilfe braucht. Im Laufe der Zeit ist die ganze Familie betroffen und dabei wird auch die Tochter vernachlässigt. Die Szenen begannen mit „Schlafstörungen“ und der typischen Situation, dass Kinder nicht zum Frühstück und gar nicht in die Schule wollen, sich im Zimmer einschließen und zu „Weltschmerz-Monologen“ kommen. Sie empfinden ihre Familie und ihr Umfeld kleinkariert, haben Liebeskummer und fürchten sich vorm Sitzenbleiben.

Lisa und Alex sind auch in der Schule abgerutscht und die schlechten Noten machen die Eltern betroffen. Die beiden lesen dann in den Tagebüchern ihrer Geschwister als eine Art „Beschwerdestelle“ und sprechen über ihre Gedanken und Gefühle. Dabei wird deutlich, dass Depression viele Gesichter hat wie Interessenverlust, Antriebslosigkeit mangelnde Konzentrations- und Entscheidungsfähigkeit und ein negatives Selbstbild. Wenn ein auffälliges Verhalten mindestens vier Wochen lang anhält, dann sollte man das Gespräch mit Vertrauten, Freunden oder auch einem Psychologen suchen, so Drozak.

Überzeugend und sehr selbstbewusst sah man die Schüler der staatlichen Realschule Eltmann aus den 7. und 8.Klassen in ihren Rollen und sie erhielten dafür großen Applaus, Urkunden für ihre Leistung und kleine Geschenke. Jean-Francois Drozak meinte zum Schluss: „Alle Kinder brauchen Zuwendung, gleich, ob sie gesund, gerade krank oder auf dem besten Weg zur Genesung sind und das Gefühl: Du bist nicht allein!“

Text: GG; Redaktion CF

 

 





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