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Erfahrene Realschullehrkräfte wieder an der Uni

Im Rahmen des Masterplans BAYERN DIGITAL II organisiert das bayerische Kultusministerium ein umfangreiches Qualifizierungs- und Fortbildungsprogramm für Lehrkräfte in der Informatik an der Realschule. Diese Initiative ermöglicht bereits erfahrenen Realschullehrkräften, einen zweijährigen, berufsbegleitenden Kurs zu absolvieren und bei erfolgreichem Ablegen des Staatsexamens die Lehrbefähigung in Informatik zu erwerben. Im Rahmen des fünfjährigen Masterplans sollen Schüler und Lehrer gleichermaßen ihre digitalen Fähigkeiten ausbauen; Informatik beziehungsweise Informationstechnologie wird an allen Realschulen verstärkt unterrichtet werden. Der Masterplan sieht zudem die Einführung des digitalen Klassenzimmers vor.

20 Realschullehrkräfte treffen sich nun schon im zweiten Studienjahr alle zwei Wochen immer mittwochs an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Die Didaktik der Informatik an der JMU beteiligt sich an dem neuen Weiterqualifizierungsprogramm, um noch mehr und bessere Lehrkräfte für das Fach Informatik auszubilden.

An der Uni sind die Lehrkräfte auf einmal wieder Studierende – und dies ganz freiwillig. Für den Kurstag sind sie zwar vom Schulunterricht befreit, aber „nach dem Mittwoch ist vor dem Mittwoch“, sagt einer der Teilnehmer. Nicht nur die Präsenzveranstaltung an der Uni ist sehr intensiv, auch die Nach- und Vorbereitung ist für die Lehrer neben ihrem Schulalltag sehr fordernd.

Auf die Kursteilnehmer wartet ein breites Themenspektrum, das sie zukünftig im Unterrichtsfach Informationstechnologie behandeln müssen: Die Rechts- und regelkonforme Nutzung von Netzwerken, Datenbanksysteme, Robotik oder Erstellung und Programmierung von Algorithmen. Auf einer E-Learning-Plattform steht umfassendes Lehrmaterial mit Übungen bereit, hier können sich die Teilnehmer persönlich beraten lassen oder auch mit den Dozierenden und Mitstudierenden über die Inhalte der Selbstlernphase diskutieren.

Im Seminarraum ist die Stimmung locker, aber auch konzentriert, die Übungen und Hausaufgaben vom vergangenen Präsenztag werden besprochen und diskutiert. Und es war eine ganze Menge an „Hausis“, wie Helmut Herbstsommer aus Erlangen berichtet: „Mir gefällt der Kurs sehr gut, er ist aber auch richtig anstrengend. Ich schätze, außer dem Mittwoch an der Uni bin ich jede Woche zusätzlich ein bis zwei Tage mit dem Stoff beschäftigt. Neulich ist sogar ein ganzes Wochenende nur fürs Programmieren draufgegangen.“

Auch für Theresa Veeh aus Aschaffenburg hat der Kurs bisher schon viel gebracht; besonders in den höheren Schulklassen sei es für sie zunehmend schwierig geworden zu unterrichten. „Am meisten freue ich mich auf die Didaktik, der Kurs bringt mich in die Schülerperspektive zurück und ich kann mich wieder in meine Schüler hineinversetzen“, sagt Theresa Veeh. Und weiter: „Ich bin einfach motiviert, wenn ich sehe, wie auch am Wochenende noch alle Leute mitziehen.“

Text und Bild: Annette Popp, Universität Würzburg





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