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Auszeichnung für unterfränkische Geschichtsforscher

Von links nach rechts: Karl Freller (Vizepräsident des Bayerischen Landtags), Philipp Hankel (Institutsrektor am ISB für Geschichte, Laudator), Andreas Reuter (Lehrkraft), Jakob Hörmann, Jonas Warmuth, Hannah Renken, Luca Littmann, Jana Deppisch, Prof. Dr. Michael Piazolo (Bayerischer Kultusminister)

Landtags-Vizepräsident Karl Freller, Franziska Böll (Lehrkraft), Jannik Bauer, Marvin Hetzer, Emil Schaab, Nino Spiegel, Kultusminister Michael Piazolo, Wladimir Kucerov, Julian Wolz, Simon Müller, Sophie Firmbach, Alina Schneider

Kultusminister Michael Piazolo zeichnete am 8. Juli 2019 gemeinsam mit dem ersten Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags, Karl Freller, Schülerprojekte aus, die mit Erfolg am diesjährigen Geschichtswettbewerb „Erinnerungszeichen“ zum Thema „100 Jahre Freistaat Bayern“ teilgenommen haben.Dabei erzielten Schülergruppen der Leopold-Sonnemann-Realschule Höchberg und derWolffskeel-Realschule Würzburg Erfolge.

Im Rahmen des klassenübergreifenden Projekts „Bayern hat viele Gesichter - 100 Jahre Freistaat Bayern“ hatten es sich Schülerinnen und Schüler der Leopold-Sonnemann-Realschule Höchberg zur Aufgabe gemacht, einhundert Jahre Freistaat Bayern am Beispiel von einhundert Menschen aus einhundert verschiedenen Jahrgängen zu beleuchten. Hierfür wollten die Jugendlichen in Interviews von den ausgewählten Zeitzeugen wissen, wie beispielsweise deren Wohnverhältnisse zum Zeitpunkt ihrer Geburt waren, wie sie ihre Freizeit gestalteten, was ihren Alltag prägte oder welche Schlüsselmomente in ihrem Leben bedeutsam waren. Die Ergebnisse der Interviews wurden gemeinsam mit Porträtfotos der Zeitzeugen auf einer großen Ausstellungswand in der Aula der Realschule präsentiert. Da allen Gesprächen ein gemeinsam entwickelter, einheitlicher Fragebogen zu Grunde lag, erhält man beim Vergleich der verschiedenen Erlebnisse, Wahrnehmungen und Erfahrungen einen Eindruck davon, wie sich das Leben der Menschen in einhundert Jahren Bayern gewandelt hat. Das herausragende Engagement der jungen Geschichtsforscher sorgt so für viel Bewunderung sowie weiterhin reges Interesse der gesamten Schulfamilie und wurde zudem für die beeindruckende Leistung mit dem 3. Landespreis ausgezeichnet.

EineProjektgruppeder Wolffskeel-Realschule Würzburghatte sich intensiv mit der Biografie des ersten bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner beschäftigt. Um ihm auch persönlich näherzukommen, wählten die fünf Zehntklässler einen besonders kreativen Weg. Sie fragten sich, welche Gegenstände Kurt Eisner im November 1918 auf einer Fahrt von München nach Berlin in seinem Koffer mitgenommen haben könnte. Dazu mussten sie zunächst intensiv forschen, indem sie beispielsweise in Büchern und Quellenbänden recherchierten und einen Geschichtsexperten interviewten. Schließlich einigten sie sich auf fünf Gegenstände: eine Kippa, eine Sammlung von Familienbildern, eine Reiseschreibmaschine, ein Gefängnistagebuch und den Text der Proklamation des Freistaats Bayern. Jeder der fünf Schülerinnen und Schüler wurde zum Experten für eines dieser Objekte. Neben einer Dauerausstellung im Obergeschoss der Realschule entstand eine Präsentation, die unter anderem auf der Veranstaltung „Wir feiern Bayern“ der Regierung von Unterfranken gezeigt wurde. In der Laudatio, die im Senatssaal des Bayerischen Landtags gehalten wurde, hieß es: „Die fünf Schülerinnen und Schüler haben mit ihrem Projekt eine wirklich beeindruckende Leistung erbracht. Dafür gebührt ihnen und ihrer betreuenden Lehrkraft Andreas Reuter eine hohe Anerkennung.“ Aus den Händen des Kultusministers erhielten sie den „Sonderpreis für kreative Umsetzung“, der mit einem Preisgeld verbunden ist.

Text: A. Reuter





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