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Schüler der Sophie-La-Roche-Realschule auf der Fazenda da Esperanca – einem Ort, an dem Hoffnung entsteht!

Auf dem Bild: Schülerinnen und Schüler der Klassen 9b und 9c; Bewohner der Fazenda mit ihrem Leiter Luiz Fernando Braz (2. von links); Projektverantwortliche Gertrud Gellings (7. von links); RSK Hans Rether (3. von links); die begleitenden Lehrkräfte Julia Huscher und Judith Beil (1. und 3. von rechts)

Hoffnung - auf ein neues Leben ohne Drogen und das damit verbundene Leid - erfüllt die Fazenda da Esperanca, was so viel heißt wie „Hof der Hoffnung“. Hier, auf Gut Bickenried, wo junge Menschen, denen das Schicksal nicht immer gut mitgespielt hat und die deshalb in Süchte oder Krisen aller Art abgerutscht sind, sieht es einladend und gepflegt aus. Ein idealer Ort, um neue Hoffnung zu schöpfen, wenn es kaum noch Hoffnung gibt.

45 Schülerinnen und Schüler zweier neunter Klassen und drei Begleitlehrkräfte der Sophie-La-Roche-Realschule tauschten ihr Klassenzimmer gegen diesen Hof der Hoffnung, den sie auf Einladung der Stadträtin Gertrud Gellings vom Arbeitskreis Sucht von „Vereint in Bewegung“ besuchten.

Das Projekt wurde von der Stadt Kaufbeuren, der Bürgerstiftung, der AOK und dem Gesundheitsamt Marktoberdorf finanziert und fand im Rahmen des fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsauftrags der Realschule statt, mit dem Ziel, die Schüler über die Gefahren des Drogenmissbrauchs aufzuklären.
Die Rekuperanten (Bewohner auf Gut Bickenried) erzählten sehr emotional und eindringlich ihre tragischen und bewegenden Lebensgeschichten und wie sie, meist nach mehreren Rückschlägen, versuchen, auf der Fazenda wieder Fuß im Leben zu fassen. Viele sehen darin die letzte Hoffnung für ein normales, geregeltes und würdevolles Leben. Tief berührt und hoch konzentriert lauschten die Schülerinnen und Schüler den Berichten und waren sehr beeindruckt davon, wie leicht Menschen als Folge von Drogenabhängigkeit, Alkoholsucht, Gewalt und Verwahrlosung aus ihrem früheren Lebensumfeld völlig abgleiten können. Diese Ergriffenheit zeigte sich deutlich und war fast greifbar in der Stille, die sich während der Schilderungen im Raum ausbreitete. Für die Jugendlichen ist der Kontakt zu den ehemals Süchtigen mit nachhaltigen Eindrücken verbunden, die sie sicher lange begleiten werden.

Die Fazenda da Esperanca in der landschaftlichen Idylle rund um Bickenried bietet auch nach Meinung der Schülerinnen und Schüler beste Voraussetzungen für die Bewohner, um in Gemeinschaft und durch sinnvolle Tätigkeit wieder zu sich zu finden sowie Mut zu schöpfen für eine Zukunft ohne Sucht. Ein idealer Hof für Hoffnung!

Text: Hans Rether





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