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Die Naabtal-Realschule Nabburg und ihre Partnerschule Základní škola Horšovský Týn werden mit dem Preis "Brückenbauer- stavitel mostů" ausgezeichnet

Für ihr vorbildliches und wegweisendes Engagement zur Vertiefung der guten Nachbarschaft in den bayerischen und tschechischen Nachbarregionen empfing RSDin Hannelore Reil-Heining zusammen mit den betreuenden und koordinierenden Lehrkräften StRin (RS) Elisabeth Schneider und SemR Johannes Doleschal den Preis "Brückenbauer- stavitel mostů". Die Freude war groß, dass die Nabburger Realschule damit als erste und einzige Realschule in Bayern für ihre besonderen grenzüberschreitenden Kultur- und Partnerprojekte mit der Základní škola Horšovský Týn (Bischofteinitz) ausgezeichnet wurde. Mit dabei waren politische Vertreter der beiden Partnerstädte aus der Oberpfalz und aus Böhmen.

Die Naabtal-Realschule und die Základní škola Horšovský Týn sind seit dem Jahr 2011 Partnerschulen. Erster Schritt auf dem Weg zu einer lebendigen Partnerschaft war die Einführung des Wahlfaches Tschechisch. Viele Sprachschüler erreichten seitdem ein so gutes Niveau, dass sie mit dem international anerkannten Zertifikat der Karl-Universität Prag ausgezeichnet wurden. Inzwischen sind gegenseitige Besuche und bilinguale Sprachanimationen fester Bestandteil des Schullebens beider Schulen. Die gemeinsamen Aktivitäten unter der Gesamtorganisation der Lehrkräfte Frau Elisabeth Schneider und Herr Johannes Doleschal auf deutscher und Mgr. Anna Ježková auf tschechischer Seite decken ein breites Spektrum ab: Die Schülerinnen und Schüler nehmen am Unterricht im Nachbarland teil, veranstalten Fußball-, Basketball und Kegelturniere und eröffneten das neue Beachvolleyballfeld der Nabburger in einem gemeinsamen Match. Die Jugendlichen entwarfen ein Memoryspiel, mit dem sie ihren Partnern die Heimatstadt vorstellten. Einen Höhepunkt der interkulturellen Begegnung stellte sicherlich das dreitägige Film- und Friedensprojekt in der Jugendbildungsstätte Waldmünchen dar. Im Anschluss an die gemeinsamen Tage entwickelte sich ein reger Austausch via facebook und Internet, der bis heute anhält. Die Bezirkshauptstadt von Horšovský Týn, nämlich die Kulturhauptstadt Pilsen, erkunden die Deutschen regelmäßig in mehrtägigen Exkursionen. Die Einladung der Ministerialbeauftragen Frau Kinzinger zur Theatervorstellung erweitern die Nabburger um ein vielfältiges Programm mit Sprachanimationen, Stadtführungen, dem Besuch des Puppenmuseums und des Techmania Science Centers. Dass die Bestrebungen der beiden Schulen zukunfts- und praxisorientiert sind, zeigt die Zusammenarbeit mit der Firma Gerresheimer in Horšovský Týn. Dort absolvieren die Nabburger Schüler alljährlich ein zweitägiges Betriebspraktikum, lernen die Produktionsabläufe kennen und erleben den Berufsalltag in Tschechien. So wird gerade im grenznahen Raum auch die Bereitschaft für grenzüberschreitende berufliche Tätigkeiten geweckt. Auch auf Seiten der Lehrerschaft pflegen beide Schulen intensiven Kontakt, der sich in gegenseitigen Besuchen und veranstalteten Konzerten widerspiegelt.

Als Würdigung des Engagements erhielten nun alle Beteiligten der Partnerschulen aus den Händen von Laudator Landrat Thomas Ebeling in einer feierlichen Übergabe im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) den Preis "Brückenbauer- stavitel mostů". Im Rahmen dessen wurde ein Kurzfilm über die Preisträger gezeigt, der im Vorfeld an den Schulen gedreht wurde. Irene Träxler, Vorsitzende von Bavaria Bohemia, würdigte die Preisträger als "Leuchtfeuer der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und der Völkerverständigung." Generalkonsul Milan Čoupek setzt auf die Jugend, die "noch viele Ideen und große Begeisterung hat, um die gemeinsame Zukunft zu gestalten."

Und die Vorbereitungen für die nächsten gemeinsamen Aktionen laufen bereits auf Hochtouren: Im Projekt "Kulturfrühling bunt" möchten beide Schulen durch das Schmücken eines Baumes mit Bändern in den deutschen und tschechischen Nationalfarben an das 20-jährige Jubiläum der Unterzeichnung der deutsch-tschechischen Erklärung erinnern und durch die im Wind flatternden Bänder auf die lebendigen Verbindungen zum Nachbarland aufmerksam machen.                                             

Text: Elisabeth Schneider





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