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Coproduktion eines Oberpfälzers und eines Schwaben gewinnt den Deutschen Lehrerpreis

Das gemeinsame Projekt von Ferdinand Stipberger von der Gregor-von-Scherr Realschule Neunburg v. Wald und seinem Kollegen Sebastian Schmidt von der Inge-Aicher-Scholl Realschule Neu-Ulm Pfuhl wurde am 18.11.2019 in Berlin mit dem „Deutschen Lehrerpreis“ in der Kategorie „Unterricht innovativ“ ausgezeichnet.

Wieder einmal wurde deutlich, dass München nicht der Nabel Bayerns ist, auch wenn das so mancher gerne glauben mag. Zwei Mathematiklehrer aus den „Randgebieten“ Bayerns, aus der Oberpfalz der eine und aus Schwaben der andere, gewannen mit ihrer Idee „Lernbüro digital-kooperativ“ den 1. Platz beim Deutschen Lehrerpreis.

Das Lernbüro funktioniert folgendermaßen: Mathematische Probleme werden den Schülern in Videos erklärt, die die beiden Lehrer Ferdinand Stipberger und Sebastian Schmidt erstellt haben. Jeder Schüler kann sich den Film in Ruhe zuhause ansehen, sooft er will. Erklären und Verstehen findet also nicht wie bisher in der Schule statt, sondern zuhause. Die Unterrichtszeit in der Schule wird zum Üben genutzt. Dort können die Lehrer den schwächeren Schülern Hilfestellung geben und die stärkeren durch schwierigere Aufgaben fördern.

Als passionierter IT-ler wollte Ferdinand Stipberger das Internet mit all seinen Möglichkeiten im Mathematikunterricht einsetzen und stieß dabei auf die Lernvideos von Sebastian Schmidt. Er fand sie gut, so gut, dass er sie auch in seinem Unterricht einsetzen wollte. Aber so ganz passte Schmidts Methode nicht und so fing er an, selbst solche Videos zu kreieren.

Dank der Unterstützung weiterer Kollegen von Stipberger und Schmidt in ihren beiden Schulen gibt es zu den zum neuen Lehrplan eingeführten Büchern der 5. und 6. Jahrgangsstufe der Bayerischen Realschule zu jedem Kapitel passende Erklärvideos und Übungen. Die Mathelehrer von sieben Realschulen arbeiten bereits damit, an anderen Schulen wird damit experimentiert, Videos zum im laufenden Schuljahr eingeführten Buch für die 7. Jahrgangsstufe sind in Arbeit.

Damit noch andere Schulen von den bisher gemachten Erfahrungen profitieren können, sind Schmidt und Stipberger als Digitalberater unterwegs und haben fächerübergreifend auch schon Englisch- und Deutschkollegen von ihrem Konzept „Lernbüro digital-kooperativ“ überzeugt.

Text: Alexandria Stupp





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