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Schulsanitäter EBS: Sieger im „Finale dahoam“

Was haben Schnitzel, Rigatoni, misslungene Akrobatik-Übungen der schuleigenen Zirkus-AG und Verbrühungen mit heißem Kakao gemeinsam? Richtig, eigentlich nichts. Eigentlich. Wäre da nicht der bayerische Schulsani-Wettbewerb in Ebermannstadt gewesen. Denn dort konnte man all dies in nicht einmal fünf Stunden erleben. Erlebnis ist ebenfalls ein schönes Stichwort… Schulsanitäter aus ganz Bayern, zum Teil seit 4 Uhr morgens auf den Beinen, die sich über die ersten beiden Plätze der jeweiligen Regionalentscheide qualifiziert haben, mussten in verschiedenen Disziplinen fleißig Punkte sammeln, um aufs Treppchen zu kommen. Als Teilnehmer hatten sich folgende Schulen qualifiziert bzw. angemeldet: aus Oberbayern: Holzkirchen, aus Niederbayern: Osterhofen und Zwiesel, aus der Oberpfalz: Amberg, aus Unterfranken: Arnstein und Miltenberg, aus Mittelfranken: Hersbruck und Heilsbronn sowie die beiden Oberfranken: zum einen das personifizierte Teamwork in Form des Mixed-Teams aus Bayreuth II und Pegnitz, zum anderen die Lokalmatadoren aus Ebermannstadt.

Nach der obligatorischen Anmeldung und dem Foto-Shooting für das Mannschaftsbild, das den Weg auf die Urkunde finden sollte, ging es gleich los mit zwanzig zum Teil kniffligen Fragen rund um das Thema Erste Hilfe und Schulsanitätsdienst. Anschließend folgten die praktischen Disziplinen, bestehend aus konkreten medizinischen Notfällen sowie der „Flüsterpost“ (Hierbei musste eine einmalig vorgelesene Notfallmeldung an vier weitere Schüler, die durch Ablenkmanöver „gestört“ wurden, weitergegeben und schließlich eine imaginäre Leitstelle angerufen und für diese möglichst vollständig und fehlerfrei wiedergegeben werden – dass es dabei verständlicherweise zu allerhand kuriosen „Variationen“ der ursprünglichen Einsatzmeldung kam, dürfte den Spaß an dieser Übung zusätzlich gefördert haben).

Als weitere Stationen waren je eine Wiederbelebung, ein Fallbeispiel aus dem Bereich internistische Notfälle und eines aus dem Bereich Trauma zu bearbeiten. Welche Folgen es hat, wenn Schülern im Rahmen des Wahlkurses „Zirkus AG“ auf den Schultern einer Mitschülerin eine Akrobatik-Übung misslingt, oder wenn einem ein heimlich im Unterricht genaschtes Stück Apfel sprichwörtlich im Halse stecken bleibt, weil sich der Lehrer plötzlich umdreht und der Schüler erschrickt… oder wenn man sich der Hausordnung der Schule widersetzt und offene Heißgetränke mit in Klassenräume nimmt und deren Inhalt über Hals und Unterarme seiner Mitschüler verteilt, weil man an einem Rucksackriemen hängen bleibt… das jedenfalls konnten die Verletztendarsteller aus Ebermannstadt und Pegnitz am eigenen Leib erfahren.

Die teilnehmenden Teams zeigten ihr Können unter den Augen einer unabhängigen, fachkundigen Jury, die sich aus Notfallsanitäter-Azubis und deren Praxisanleiterin zusammensetzte. Zeitweise verfolgte sogar eine echte Notärztin den praktischen Teil des Wettbewerbs und staunte über das Potential der ausgebildeten Schülerinnen und Schüler. Als am Ende alle Teildisziplinen ausgewertet und alle Punkte zusammengezählt waren, stieg die Spannung und vermutlich nicht nur diese, sondern auch Puls und Blutdruck sowohl bei Schülern als auch bei den Begleitlehrkräften.

Die beiden ersten Plätze blieben letzten Endes in Oberfranken: Das Mixed-Team aus Bayreuth II und Pegnitz mit ihren Begleitlehrkräften Claudia Popp und Monika Einhellig belegte den zweiten Platz und ist damit bayerischer Vizemeister. Das „Finale dahoam“ (oder fränkisch ausgedrückt: das „Finale dahaam“) gewann das Team der Realschule Ebermannstadt, „gecoacht“ von Rainer Nicklas und Nathalie Minner, und sicherte sich damit zusammen mit dem Sieg beim oberfränkischen Regionalentscheid in Naila das „Double“. Den festlichen Rahmen für diese Veranstaltung untermalte die Schulband der Realschule Ebermannstadt, unter der Leitung von H. Weininger. Organisator des diesjährigen Wettbewerbs war Rainer Nicklas, der mit seinem Team für einen reibungslosen und spannenden Ablauf sorgte.





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