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Den Schülern (k)einen Bären aufgebunden – Autorenlesung an der Staatlichen Realschule Weilheim

„Hast du Tomaten auf den Augen?“, „Da habe ich noch mal Schwein gehabt!“ oder „Einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul!“ Jeder kennt und benutzt Redensarten in seinem Alltag. Doch was steckt eigentlich dahinter? Und woher stammen die Redewendungen? Antworten darauf bekamen die 6. Klässler der Staatlichen Realschule Weilheim in einer kurzweiligen und interaktiven Lesung. In dieser erklärte der Bamberger Autor Dr. Rolf-Bernhard Essig den rund 90 Schülerinnen und Schülern die Herkunft und Bedeutung zahlreicher Redewendungen.

„Einem geschenkten Gaul schaut man nichts ins Maul!“ geht zum Beispiel zurück auf den Verkauf von Pferden. Denn entschließt man sich ein Pferd zu kaufen, überprüft der Käufer das Alter des Tieres anhand des Pferde-Gebisses. Der Grad der Abnutzung der Zähne ist ein Hinweis darauf, ob der Verkäufer bei der Altersangabe des Vierbeiners geschummelt hat. Einige Redewendungen hat der Gast mit den Kindern nachgespielt: So hat er sich von einer Schülerin „an der Nase herumführen“ lassen und einen anderen Schüler „auf den Arm genommen“.

Während der Veranstaltung ließ Herr Dr. Essig sprichwörtlich „die Katze aus dem Sack“ und erzählte anhand von mitgebrachten Gegenständen, die in einem Sack steckten, spannende Geschichten rund um den Esel, die Katze und den Elefanten.

Obwohl es bereits um die 300.000 Redewendungen gibt, entstehen heutzutage immer noch neue, die jüngste geht auf die Casting-Show „Germany´s next Topmodel“ zurück: „Ich habe leider kein Foto für dich.“ Diese Wendung benutzen vor allem Jugendlichen, wenn sie ausdrücken wollen, dass jemand nicht Teil einer Gruppe ist.

Fazit der Lesung: Den 6. Klässlern kann keiner mehr „einen Bären aufbinden“.





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