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Das besondere Europa-Projekt

Altötting. Wer an den Eurovision Songcontest (ehemals Grand Prix d´Eurovision) denkt, dem kommen schnell klischeehafte Kitschmomente und wahrlich schräge Auftritte bzw. Outfits in den Sinn. Mutig also, dass die Altöttinger Herzog-Ludwig-Realschule ihr 55-jähriges Schul-Jubiläum mit einer Feierstunde des ESC begeht. Kenner der Musikveranstaltungen der Realschule haben jedoch seit Monaten dem 30. April 2019 entgegen gefiebert, denn die Konzerte stehen seit einigen Jahren für herausragende Qualität und charmante Unterhaltung, bei der auch der Spaß nicht zu kurz kommt. Dabei hat man nach diesem Abend im restlos ausverkauften Kultur und Kongress-Forum zudem das Gefühl, einer musikalischen Talentschmiede zugesehen zu haben. Es war grandiose Unterhaltung, einer perfekt getimten Veranstaltung mit witzigen Überraschungen und musikalischen Höhepunkten.

Unmöglich konnte der Titel „Ein bisschen Frieden“ fehlen. Herausragend dargeboten und gesungen hat den Gewinnersong von 1982 die 11-jährige Jana Shewlakow. Eine weitere Entdeckung des Abends ist Raphael Samelyn, der den kompletten Abend zusätzlich am Klavier begleitet hat und gesanglich zweimal herausstach: Den Song „Just can`t wait until tonight“, den Max Mutzke 2004 für Deutschland beim ESC sang, mochten manche Zuhörer in Raphaels Version gar lieber. Es gab tosenden Applaus. Final überzeugte Raphael Samelyn begleitet vom Chor in „Ein Lied kann eine Brücke sein“. Aber auch Kristin Kreutzeder, die bei vielen Titeln mitwirkte, hat stimmlich richtig abgeliefert. Maximilian Fischl zeigte eine tolle Bühnenpräsenz und Marie Wall, die ebenfalls den ganzen Abend mitgestaltet hat, hat solo mit „Love shine a light“ überzeugt. An der Violine zeigte Isabella Rompf eindrucksvoll ihr Können. Ebenfalls immer auf den Punkt: Die Bläser unter Leitung von Katharina Kaiser. Alle Mitwirkenden, und da waren teilweise 40 Schüler auf der Bühne, sprühten vor Esprit und hatten merklich Freude bei der Show.

Schulleiter Manfred Brodschelm kann zurecht „sehr stolz“ auf seine Mannschaft sein, die den europäischen Gedanken auf diese Weise würdigte. Er bedankte sich beim gesamten Kollegium, das einen solchen „wunderbaren Abend“ möglich mache. „Ich habe gewusst, dass wir herausragende Schüler haben, aber nicht, dass sie so gut sind. Es ist sensationell, was sie hier gestaltet haben und wie sich unsere Schule präsentiert.“ Seit Schuljahresbeginn liefen die Proben. Auch in den Ferien wurde geübt und den Feinschliff gab es schließlich bei den Probentagen an der Bayerischen Musikakademie Alteglofsheim.

Mehr als 60 Mitwirkende haben den Abend perfekt werden lassen, dabei ist es unmöglich, jeden entsprechend zu würdigen. Erdacht hat die Konzert-Revue Musiklehrer Michael Kopecky. Mit ihm haben seine Kolleginnen Katharina Kaiser und Sybille Garus-Maier mit Orchester und Chor den Abend entwickelt. Gestaltet, getanzt und gesungen haben aber ausschließlich die Schüler im Alter von 10 bis 16 Jahren. Durch den Abend führten die 10. Klässler Sophia Calvo und Lukas Vorwallner, die vor 1.000 Zuschauern gekonnt die insgesamt 20 Songtitel aus der ESC-Geschichte anmoderierten und kleine nötige Umziehpausen mit unterhaltsamen Publikums-Umfragen anreicherten. Die beiden haben ebenfalls bei fast allen Titeln mitgesungen. Zu mehreren Liedern haben die Schüler eigene Tanz-Choreografien erarbeitet. Als Überraschung fanden die Zuschauer unter ihren Sitzen bunte Knicklichter, die das Forum in ein buntes Lichtermeer tauchten und final sorgten Konfettikanonen für goldenen Glämmer. Ein fulminanter Abend mit einem hohen musikalischen Niveau, der die zahlenmäßig größte Realschule Bayerns in Altötting ehrt. -köx





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