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Fair auf ganzer Linie – die Realschule Herrieden wird erste Fairtrade-Realschule in Mittelfranken

Von den Gymnasien in Mittelfranken haben bereits einige den Schritt gewagt, bei den Realschulen sah es bisher mau aus. Doch jetzt ist der Anfang gemacht. Mehr als ein Jahr lang hatte ein Team aus Eltern, Schülern und Lehrern der Realschule Herrieden rund um Projektkoordinatorin Andrea Link darauf hingearbeitet. Am 31.5.2019 schließlich war es geschafft. Die Realschule Herrieden wurde vom gemeinnützigen Verein Transfair e.V. zur ersten Fairtrade-Realschule in Mittelfranken gekürt. Gemeinsam mit der Stadt Herrieden, die an diesem Tag ihre Rezertifizierung zur Fairtrade-Stadt beging, wurde in der Realschulaula groß gefeiert. Zahlreiche Ehrengäste sowie die ganze Schulfamilie nahmen daran teil und freuten sich über die Auszeichnung.

Schulleiter Jens Knaudt stellte bereits zu Beginn seiner Rede die Frage, warum eine Schule eigentlich Fairtradeschule werden sollte. Sicherlich könne es nicht darum gehen, sich ein weiteres Schild aufzuhängen. Vielmehr gehe es darum, Verantwortung zu übernehmen. „Es ist uns als Schulgemeinschaft wichtig, die Kinder und Jugendlichen auf dem Weg zu verantwortungsvollen, mündigen Bürgern zu begleiten und Hilfestellung zu geben – auch und gerade im alltäglichen Umgang mit Ressourcen und Lebensmitteln. Nur wer weiß, wo und wie die Dinge des täglichen Lebens produziert werden, kann sich bewusst für einen fairen und nachhaltigen Weg entscheiden und sich so verantwortungsbewusst verhalten.“, so Knaudt.

Nachdem der stellvertretende Landrat Stefan Horndasch und der erste Bürgermeister der Stadt Herrieden Alfons Brandl ihre Glückwünsche und ihr Lob für das Engagement der Schule überbracht hatten und der Schulchor musikalische Akzente gesetzt hatte, stellte Eine Welt-Promotor Frank Braun, der die Auszeichnung für den Verein Transfair e.V. übergab, noch einmal heraus: „Jeder von uns kann die Welt ein bisschen besser machen. Dies funktioniert aber nicht, wenn man es von oben herab anordnet. Es muss sich von innen heraus entwickeln. Wir müssen diese Notwendigkeit verstehen und gemeinsam anfangen, respektvoll miteinander umzugehen.“

Bei dem sich an die Auszeichnungsfeier anschließenden Schulfest konnten sich die Gäste bei einer Posterausstellung zu fairer Kleidung – dem Jahresmotto der Stadt Herrieden - informieren und sich fairen Schokoladenkuchen und faire Eisschokolade schmecken lassen, die die Schüler in eigens für diesen Tag vorbereiteten kleinen Bauchläden feilboten. Natürlich gab es auch Informationen zum fairen Handel und den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN und auch der örtliche Weltladen präsentierte seine Produkte an einem eigenen Stand. Alles in allem ein sehr gelungener Tag für die Realschule und auch für die Stadt Herrieden.

Bilder: Jan Lacher, Carla Gögelein

Wie wird man Fairtradeschule?

Um die Auszeichnung Fairtradeschule tragen zu dürfen, müssen fünf Kriterien erfüllt werden: Zunächst muss ein Schulteam – bestehend aus Lehrern, Schülern und Eltern gegründet werden. Anschließend erstellt die Schule einen Kompass, eine Art Verpflichtungserklärung, wie der faire Gedanke an einer Schule in die Praxis umgesetzt werden soll. Danach folgen Unterrichtseinheiten in mindestens zwei verschiedenen Jahrgangsstufen, das Angebot von mindestens zwei verschiedenen fairen Produkten in der Schule und mindestens eine Schulaktion. Das Siegel wird für zwei Jahre vergeben. Danach muss die Schule nachweisen, dass sie die Kriterien noch erfüllt, um es weitere zwei Jahre tragen zu dürfen.





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