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Anerkennung des Deutschen Lehrerverbandes

Kultusminister Bernd Sibler, Foto: STMUK

MÜNCHEN. Bayerns Kultusminister Bernd Sibler zeigte sich heute in München erfreut über die Anerkennung des Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes (DL), Heinz-Peter Meidinger, für die vorausschauenden Maßnahmen des Freistaats bei der Lehrerversorgung. Dieser hatte Bayern heute als "positive Ausnahme" unter den Bundesländern bezeichnet. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern komme Bayern ohne Seiteneinsteiger aus und habe bereits Modelle für den Mehrbedarf an Lehrkräften entwickelt. "Ich freue mich über diese Bewertung des Deutschen Lehrerverbandes. Sie deckt sich mit meinen Beobachtungen aus zahlreichen Schulbesuchen und Gesprächen mit Schulleitern und Lehrkräften, Eltern und Schülern. Dabei konnte ich feststellen, dass unsere Maßnahmen zum Beispiel im Bereich der Unterrichtsversorgung bereits beginnen zu greifen", so Minister Sibler. Die Anliegen der Schulfamilie nehme er sehr ernst: "Es ist mein Ziel und meine Aufgabe, weitere Verbesserungen für unsere Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Verwaltungsangestellten zu erreichen. Daran arbeite ich intensiv!"

Um das Leben und Arbeiten für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie weitere Fachkräfte an Bayerns Schulen noch positiver zu gestalten, wurden u.a. folgende Maßnahmen auf den Weg gebracht:

Die Lehrerversorgung an den Schulen wurde zum neuen Schuljahr noch einmal verstärkt: Alle frei gewordenen Stellen wurden mit qualifizierten Lehrkräften nachbesetzt und zusätzlich rund 850 weitere Stellen geschaffen, u.a. um neue pädagogische Akzente im Bereich der Digitalisierung, der Inklusion oder der Integration zu setzen. "Wir achten darauf, dass wir unsere Schulen nicht mit zusätzlichen Aufgaben überfrachten. Daher gibt es für neue Aufgaben auch neue Stellen!", so Sibler.

Die Unterrichtsversorgung wurde weiter verbessert, indem die Reserve an Lehrkräften für Aushilfsfälle nochmals erhöht und eine "Koordinierungsstelle Unterrichtsversorgung" am Ministerium eingerichtet wurde. Die Rückmeldungen aus den Schulen zeigen, dass sich gerade beim Einsatz der Lehrerreserve die Situation im Vergleich zu den Vorjahren entspannt hat. "In diesem Bereich wollen wir aber noch besser werden! Auch deshalb haben wir unsere Koordinierungsstelle eingerichtet: Unsere Schulen bzw. Schulämter können sich direkt an uns wenden, wenn sie eine unvorhergesehene Herausforderung bei der Lehrerversorgung zu bewältigen haben. Wir prüfen dann, wie Abhilfe geschaffen werden kann. Erste Fälle konnten wir bereits lösen", so Sibler.

Schulleitungen an Bayerns Schulen erhalten mehr Leitungszeit und werden so bei ihren alltäglichen Aufgaben entlastet: 150 zusätzliche Stellen für Verwaltungsangestellte an den Schulen aller Schularten sowie 150 Lehrerstellen an den Grund-, Mittel-, Förder- und Realschulen sowie beruflichen Schulen wurden bereitgestellt. "Viele Schulleiterinnen und Schulleiter haben damit mehr Leitungszeit zur Verfügung für ihre verantwortungsvolle Aufgabe", so Sibler.Um die Schulfamilie zu unterstützen, wurde zu diesem Schuljahr das Programm "Schule öffnet sich" gestartet. Es bringt zusätzliche Stunden für Schulpsychologen und neue Stellen für Schulsozialarbeiter an Bayerns Schulen. "Unsere multiprofessionellen Teams sorgen für ein Mehr an Präventionsarbeit, Werte-Erziehung, Persönlichkeitsbildung und schulpsychologischer Betreuung. Damit können wir es ein Stück weit erreichen, dass sich unsere Lehrerinnen und Lehrer wieder mehr auf ihre Kernaufgabe eines guten Unterrichts konzentrieren können", so Sibler. Ein weiterer Ausbau sei geplant.

Für die individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen bzw. ausgebaut, darunter z.B. das Schulprofil "Sport-Grundschule", die Werte-Initiative "Werte machen Schule", das Experten-Mentoring für MINT-interessierte Mädchen, das Schulprofil Inklusion oder die Deutschklassen für zugewanderte junge Menschen mit noch mehr Sprachunterricht und Werteerziehung. "Eine umfassende Bildung unserer jungen Menschen liegt mir am Herzen: Dazu gehört auch, dass an unseren Schulen Herz und Charakter geformt werden und unsere Schülerinnen und Schüler ein vielfältiges und durchlässiges Bildungsangebot wahrnehmen können", so Sibler.

Auf der Grundlage einer eigenen, jährlich aktualisierten Schüler- und Lehrerbedarfsprognose wurden und werden vorausschauende Maßnahmen ergriffen, um dem sich abzeichnenden Bedarf an Lehrerinnen und Lehrern zu begegnen. Dazu gehören u.a. eine Zweitqualifikationsmaßnahme für Realschul- und Gymnasiallehrkräfte, um an Grund-, Mittel- und Förderschulen zu unterrichten, 700 zusätzliche Grundschul-Studienplätze an bayerischen Universitäten zum Wintersemester 2018/2019 sowie fünf weitere Lehrstühle für die Ausbildung von Lehrkräften für Sonderpädagogik an den Universitäten in München, Würzburg und dem neuen Standort Regensburg. Zudem setzt sich Minister Sibler mit Nachdruck für ein Sonderprogramm für die Verbeamtung von Lehrerinnen und Lehrern ein, die sich an staatlichen Schulen als Aushilfen bewährt haben. "Unsere vorausschauenden Maßnahmen zur Lehrerversorgung greifen. Aber wir dürfen uns auf unseren Maßnahmen nicht ausruhen, sondern müssen diesen Weg auch in Zukunft konsequent weitergehen", so Sibler.

Die Zweitqualifikation für Realschul- und Gymnasiallehrer, die sehr nachgefragt ist, inzwischen von über 1.000 bereits abgeschlossen wurde und von rund 1.600 aktuell durchlaufen wird, kann seit diesem Schuljahr in familienpolitischer Teilzeit absolviert werden. "Damit können wir einen wertvollen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten! Gleichzeitig ermöglichen wir unseren Lehrerinnen und Lehrern über die Zweitqualifikation bei erfolgreichem Abschluss die Verbeamtung und bei späterem Bedarf sogar die Rückkehr in das ursprünglich studierte Lehramt", so Sibler.





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