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Oberpfälzer „Dialekteckerl“ der staatlichen Realschule Vohenstrauß mit Staatspreis ausgezeichnet

Erstmals wurden in diesem Jahr zehn Künstler, Persönlichkeiten und Projekte durch das Heimat- und Kultusministerium mit einem Dialektpreis ausgezeichnet. Der prunkvolle Kaisersaal in der Münchner Residenz bot den überaus würdigen Rahmen für einen Festakt mit über 600 Gästen. Kultusminister Dr. Ludwig Spänle erklärte, dass gerade in Zeiten zunehmender Globalisierung durch Dialekt ein wichtiges Signal zur Identifikation, Orientierung und damit ein Stück Sicherheit geboten wird. Dialekt prägt regionale Räume und bringt diese zum Klingen. Demnach tragen die Preisträger dazu bei, den hohen Stellenwert von Mundart in Bayern zu erhalten.
Große Freude herrschte darüber, dass mit dem „Dialekteckerl“ der staatlichen Realschule Vohenstrauß ein langjähriges Schulprojekt prämiert wurde. Neben der „Kernmannschaft“ von engagierten Schülerinnen und Schülern nahmen an der feierlichen Veranstaltung in der Landeshauptstadt als Initiatorin die Studienrätin Doris Thammer mit Schulleiter Dr. Andreas Meier und Konrektor Kilian Graber sowie einige Elternvertreter teil. Zum außerordentlichen Preis gratulierten auch Leitender Ministerialrat Konrad Huber aus dem Kultusministerium und die Ministerialbeauftragte für die Realschulen in der Oberpfalz, Leitende Realschuldirektorin Maria Kinzinger.
Die engagierten Akteure vom „Dialekteckerl“ wurden für ihre besonderen Verdienste im Bereich Dialektpflege geehrt, weil „Dialekt ein Stück Heimat und gelebte Kultur“ darstellt, so Kultusminister Spänle. Durch ihr Schaffen tragen die Jugendlichen und Lehrkräfte zu einer aktiven Pflege von Dialekt bei und bereichern damit die Kulturlandschaft nachhaltig. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis soll zudem verdeutlichen, dass Mundart und deren Pflege einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft des Freistaates Bayern genießt. Heimatminister Dr. Markus Söder betonte, dass Bayern „mit seiner Natur, seiner Kultur, seiner Tradition und seinem besonderen Lebensgefühl auf der ganzen Welt berühmt und schon fast zu einem Synonym für Heimat geworden ist.“ Dialekt als Heimatsprache gehört als fester Bestandteil dazu. Gemeinsame, regional geprägte Sprache gibt ein vertrautes Gefühl von Verbundenheit und Zusammengehörigkeit. Die Realschule Vohenstrauß trägt mit dem Projekt zu einer Pflege von regionaler Vielfalt und dem Erhalt von heimischem Dialekt für kommende Generationen bei. Schulleiter Andreas Meier war nicht nur stolz auf die besondere Würdigung für die Realschule Vohenstrauß, sondern zeigte sich begeistert von dem einmaligen Ereignis, die Oberpfalz repräsentieren zu dürfen.
Zur aktiven Pflege von Dialekt beschäftigt man sich im Rahmen des Dialekteckerls unter anderem mit besonderen Festtagen, Nordbayerischer Grammaturgie und Redewendungen im Dialekt. Auch das „Schafkopfen“ als regionaltypisches Kartenspiel wird thematisiert und gepflegt. Weiterhin untersuchen die Jugendlichen Gemeinsamkeiten, sprachliche Verbindungen oder Anlehnungen des Bayerischen aus dem Französischen. Auf der Schulhomepage werden Dialekt-Schmankerln dargeboten und es sind verschiedene Hörbeispiele zu finden.





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