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Erdkundeprojekt „Flüchtlingen ein Gesicht geben“

Sayed und Samir stellten sich den neugierigen Fragen der Siebt- und Neuntklässler

Sayed und Samir erzählen von ihrer Flucht

Unter dem Motto „Flüchtlingen ein Gesicht geben“ führte die Fachschaft Erdkunde an der Realschule Obergünzburg ein Projekt durch: Zwei afghanische Schutzsuchende namens Sayed, 19, und Samir, 21, stellten sich den neugierigen Fragen der Siebt- und Neuntklässler. Sie erzählten im Rahmen des Erdkundeunterrichts über ihr Leben in Afghanistan und die extreme Bedrohung durch die Taliban. Samir arbeitete für ein Projekt, das von den Vereinten Nationen gefördert wird. Deswegen kam es zu einem Konflikt mit den Taliban und er wurde von ihnen mit dem Tode bedroht. Sayed ist Schiite. Er gehört einer religiösen Minderheit an und wurde daher von den Taliban verfolgt. Bei einer Rückkehr müssten beide noch immer um ihr Leben fürchten.

Ihre Flucht führte sie von Afghanistan über Pakistan in den Iran durch die Türkei bis nach Deutschland über hohes, schroffes Gebirge, das sie zu Fuß mit wenig Wasser und Brot bewältigen mussten. Eingezwängt in Hohlräume eines Busses musste Sayed viele Stunden ausharren und starr vor Angst bangen, die Polizei würde ihn finden und in den Krieg zurückschicken.

Dank ihrer Sprachpatin Claudia Kuss, einer Sekretärin der Schule, schilderten die zwei sympathischen, jungen Afghanen in bereits gut verständlichem Deutsch von ihrer traumatischen Flucht. Die Schüler hörten gebannt zu, stellten interessiert Fragen und fühlten mit - Samir und Sayed waren reelle Flüchtlinge - zum Anfassen nahe und ihr Schicksal berührte. Endlich bekamen „die Flüchtlingsströme“ ein Gesicht und eine Stimme: „Glaube und Krieg, das geht nicht zusammen. Die Politik macht Krieg. Kein Glaube sagt, dass Krieg gut ist. Wir sind keine Terroristen, wir sind vor dem Terror geflohen. Wir alle müssen zusammenhalten und gemeinsam den Terror bekämpfen.“ Nach der gelungenen Veranstaltung haben alle dazugelernt. Flüchtlinge sind Menschen, die unsere Hilfe brauchen und die respektvoll behandelt werden müssen. In der neuen Aula ist noch eine Ausstellung mit Informationen über Flüchtlinge zu sehen.





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