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Bunte Schule ohne Rassismus

v.l.n.r.: Koordinator Michael Schneider-König, die Schüler Adrian Fuchs, Hannah Neumüller, Afeni da Silva, Simon Eblen, Linus Muschiol, Melda Yarangünü, Nina Mittermeyer, Direktorin Rita Menzel-Stuck, SOR-Leiterin Nicole Thiemann, Fernsehmoderator Willi Weitzel

Die Schule ist bunt geschmückt, überall herrscht reges Treiben und positive Aufgeregtheit – es ist ein außergewöhnlicher Tag für die Realschule Herrsching. Sie feiert nicht nur das alljährliche Sommerfest, sondern erhält eine besondere Auszeichnung: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Viele Gäste sind gekommen: Landrat Karl Roth, Bürgermeister Christian Schiller, Elternbeiräte, Lehrkräfte, Schüler und Eltern sowie Michael Schneider-König von der Landeskoordination des Projekts in Bayern. Über einen Gast freuen sich die Anwesenden ganz besonders: Die SOR-Gruppe (Schule ohne Rassismus) unter der Leitung der Lehrkraft Nicole Thiemann hat den Fernsehmoderator Willi Weitzel, der den meisten Kindern aus der Sendung „Willi will`s wissen“ bekannt ist, als Paten für ihr Projekt gewinnen können. Der sympathische Moderator freut sich und ist stolz. „Es ist für mich selbstverständlich mit einem Lächeln auf alle Menschen zuzugehen“, meint er in seiner Rede, „dann reagieren sie auch viel offener und positiver auf mich.“

Die Projektidee hatte ihren Anfang im Jahr 2014, als die beiden Sozialkundelehrer Stefan Klobeck und Nicole Thiemann mit zwei Schülerinnen an einem Seminar an der Akademie für Politische Bildung in Tutzing teilnahmen, das in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und dem Pädagogischen Institut der Landeshauptstadt München durchgeführt wurde. Um den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu erlangen, mussten einige Kriterien erfüllt werden. 70 Prozent aller, die in einer Schule arbeiten und lernen, mussten unterschreiben. „Diese Zahl wurde in Herrsching weit übertroffen“, so der Landeskoordinator Michael Schneider-König. Zudem wurde die SOR-Gruppe gegründet sowie ein Handlungskonzept und verschiedene Initiativen gegen Diskriminierung und Gewalt entwickelt. Beispielsweise gab es eine Projektwoche unter dem Motto „Unsere Wurzeln – Vielfalt ist unsere Stärke“, Projekte zu den Themen Mobbing und Cybermobbing und in die 10. Klassen kam ein Referent von der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus, um über Rechtsextremismus zu informieren. Außerdem hatten die 10.-Klässler die Möglichkeit, den Film „Blut muss fließen“ über die rechtsextreme Musikszene anzuschauen und danach ein Gespräch mit dem Regisseur Peter Ohlendorf zu führen. Auch in Zukunft soll es an der Realschule viele Anti-Rassismus-Projekte geben. „Die Arbeit geht jetzt erst richtig los“, meint Schulleiterin Rita Menzel-Stuck, die sich sehr über diesen Titel für die Schule freut: „Ich bin sehr stolz auf diese Schule und diese Auszeichnung.“

Mit fetziger und getragener Musik gestalten Chor, Schulband und zwei junge Gitarrensolisten der Schule die Veranstaltung im Atrium, danach feiern alle zusammen mit viel Musik und kulinarischen Genüssen im Freien weiter.





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