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Biologie, wie sie leibt und lebt

Besuch des Fischereihofes Salgen

Plitsch… platsch! Und schon stehen sie bis über die Knie drin im Weißbach! In der Hand: einfache Küchensiebe! Auf dem Schirm: die begierige Suche nach möglichst vielen unterschiedlichen kleinen Flussbewohnern!

Gemeint sind unsere 8-Klässler, die nunmehr seit einigen Jahren stets in den letzten Wochen des Schuljahres den „Schwäbischen Fischereihof Salgen“ besuchen. Begleitet werden sie dabei von den Biologielehrern und vor Ort von fachkundigem Personal bei der Erkundung der Anlage und der Gewässer angeleitet. Angeboten werden spezielle Projekte für Schulklassen, in denen es nicht nur um reines Faktenlernen geht, sondern die persönliche Erfahrung und Recherche im Vordergrund stehen.

So waten also, meist nach anfänglichem, kurzem Zögern, unsere Schüler voller Eifer und natürlich mit hochgekrempelten Hosenbeinen durch den Weißbach, der, in seinem Lauf renaturiert, durch das Gelände des Fischereihofes führt. Dabei versuchen sie für anschließende Untersuchungen unter dem Mikroskop heimische Tierarten aus dem Gewässer und dem Uferbereich zu erhaschen. Wenn alle Schüler einige Exemplare vorweisen können, geht es in den Seminarraum, wo mit Hilfe von Bestimmungskarten das Gefangene genauestens unter die Lupe genommen wird. Dazu erfahren die Schüler weitere interessante Details über unsere schwäbischen Gewässer und die darin vorkommende Fauna.

So gehört Schwaben zu den wasserreichsten Bezirken Bayerns und kann mehr als 12 000 Kilometer Länge an Flüssen und Bächen vorweisen. Jedoch befinden sich aktuell rund 90 Prozent der Flussfische auf der bayerischen roten Liste, weshalb es den Betreibern des Fischereihofes ebenso ein Anliegen ist, unsere Schüler für den Gewässerschutz zu sensibilisieren. Mitarbeiter erklären, wie die Wiederansiedlung und die Bestandsstützung von Fischarten im Rahmen von Artenhilfsprogrammen funktionieren. Dazu wird in einem zweiten Teil durch die Fischzucht vor Ort geführt. Im Fischereihof Salgen werden beispielsweise die Arten Äsche, Barbe, Huchen, Saibling, Bach- und Seeforelle sowie bedrohte Kleinfischarten gehalten, vermehrt und später an schwäbische Fischzüchter abgegeben. Solche heimischen Arten können von allen beim Rundgang auch im Großaquarium begutachtet werden.

Mit zahlreichen Informationen über unsere heimischen Gewässer sowie deren Bewohner und manchmal auch mit nassgewordenen Hosen oder Schuhen geht es dann meist um die Mittagszeit wieder für alle zurück.

Manuela Wegele





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